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18.01.2022 Thomas Bergmann

DAX und Co: Zinsangst belastet – Infineon, Sartorius und BioNTech im Fokus – Adidas, Daimler und Hugo Boss gegen den Trend

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Die Angst vor steigenden Zinsen hat den DAX am Dienstag belastet. Mit den anziehenden Anleiherenditen büßte der deutsche Leitindex ein Prozent an Wert ein. Auch die Zahlen von Goldman Sachs kamen am Markt nicht gut an. Immerhin konnte der DAX vom Tagestief aus 100 Zähler gutmachen.

Zum Xetra-Schluss ging der DAX mit einem Minus von 1,01 Prozent bei 15.772,56 Punkten aus dem Handel. Zwischenzeitlich hatte er mit 15.669 Punkten den tiefsten Stand seit Heiligabend erreicht. 32 Verlierern standen nur acht Gewinner gegenüber. Die dicksten Gewinne verbuchten noch Adidas, Fresenius Medical Care und Daimler.

Die Zinsangst setzt vor allem die Aktienmärkte in den USA immer wieder unter Druck. Dies zeigt sich auch am Dienstag, an dem die Wall Street erneut mit deutlichen Verlusten startet. Mit Blick auf die beginnende Berichtssaison sei das Enttäuschungspotenzial angesichts der steigenden Inflation nicht unerheblich, erklärte Analyst Christian Henke vom Broker IG. Die anziehenden Renditen am Anleihemarkt schlügen den Anlegern zunehmend auf den Magen.

Henke verwies auf die bislang veröffentlichten Quartalszahlen der großen US-Banken, die nicht überzeugt hätten. Am Freitag hatte JPMorgan enttäuscht, an diesem Dienstag folgte gleichermaßen die Investmentbank Goldman Sachs, die deshalb mehr als acht Prozent verliert. Die Papiere der Deutschen Bank konnten sich dem Trend nicht entziehen.

Europaweit blieben die Anleger angesichts der erwarteten Zinserhöhungen nervös, was die auf Wachstum getrimmten Technologiewerte betrifft. Im DAX rutschten die Titel des Chipkonzerns Infineon um 2,8 Prozent ab. Der Chipausrüster ASML, der morgen Früh Quartalszahlen präsentiert, verliert drei Prozent.

Besonders ausgeprägt waren die Verluste am Dienstag wieder unter den Gesundheitswerten, die in den vergangenen beiden Jahren deutlich von der Pandemie profitiert hatten. Als DAX-Schlusslicht sackten die Papiere des Laborausrüsters Sartorius um drei Prozent ab und jene des Pharmakonzerns Merck um zwei Prozent.

Im MDAX stand Hugo Boss mit Geschäftszahlen im Blick. Der Modekonzern übertraf dank eines starken vierten Quartals seine Jahresziele. Nach frühen Schwankungen schlossen die Papiere 1,1 Prozent höher. Die Anteilsscheine des Online-Gebrauchtwagenhändlers Auto1 hingegen sackten nach Vorlage von Verkaufszahlen auf ein Rekordtief. Am Ende büßten sie 3,9 Prozent ein.

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