23.09.2019 Markus Bußler

Gold und Silber: Das müssen Sie sehen

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Gold
Trendthema

Gold und vor allem Silber starten fester in die neue Handelswoche. Doch die große Frage vieler Anleger ist und bleibt: Warum entwickeln sich die Minen nicht dynamischer? Einige Youtuber und Charttechniker sehen es als schlechtes Omen für den Gesamtmarkt, dass die Minen noch nicht höher stehen als 2016. Zugegeben: Das Ganze lässt Zweifel an der Nachhaltigkeit aufkommen. Es könnte aber auch eine einfache Erklärung geben. Und die ist bei weitem bullisher.

Richtig ist: Gold hat mit 1.550 Dollar ein neues 6-Jahreshoch erreicht. Die Minenaktien, egal ob man sie am GDX oder am HUI misst, haben allerdings noch kein neues Hoch erreicht. Und das überrascht (negativ), schließlich notiert Gold rund 175 Dollar über dem Hoch aus 2016. Da sich ein höherer Goldpreis unmittelbar auf die Gewinne der Minenaktien auswirkt, sollten die Minen deutlich besser laufen als Gold – zumindest dann, wenn der Markt eine Nachhaltigkeit des Anstiegs bei Gold unterstellt. Mit anderen Worten: Gold könnte noch einmal vor einem Abverkauf stehen.

Doch natürlich muss man auch in Betracht ziehen, dass der Silberpreis dem Goldpreis ebenfalls noch hinterherhinkt. Silber hat noch kein neues Hoch über dem 2016er Hoch erreicht. Im Gegenteil, Silber weist ebenfalls noch eine Underperformance gegenüber Gold auf. 2016 war es tatsächlich so, dass ein Großteil des Anstiegs der Gold- und Silberminen (GDX, HUI) in die Zeit fiel, als Silber begonnen hat, besser zu performen als Gold (2. Grüner Kreis). Ein solches Szenario haben wir aber bis jetzt (noch) nicht. Gelingt es Silber in den kommenden Wochen eine deutliche Outperformance gegenüber Gold an den Tag zu legen – was in unseren Augen durchaus möglich ist und ziehen die Minenaktien in einem solchen Szenario deutlich an, dann könnte sich die Story von 2016 wiederholen. Es wäre nicht das erste Mal, dass Minenaktien sensibler auf die Entwicklung des Silberpreises reagieren als auf den Goldpreis. So oder so: Der Goldpreis wird in den kommenden Wochen/Monaten eine Entscheidung treffen. Wir denken, dass die inverse SKS ein tragfähiger Boden ist und der Ausbruch einen neuen Bullenmarkt einläutet. Gleichfalls beobachten wir aber genau, ob der nächste Rücksetzer korrektiv oder impulsiv ist.