21.10.2019 Fabian Strebin

Deutsche Bank: Viele Interessenten

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Deutsche Bank
Trendthema

Die Deutsche Bank hat im Juli diesen Jahres das größte Umbauprogramm der letzten Jahre bekannt gegeben. Weltweit fallen 18.000 Stellen weg, die Investmentbank wird zurechtgestutzt. Dabei zieht die Bank sich auch aus dem Zertifikategeschäft zurück. Potenzielle Käufer laufen sich schon warm.

Nach Informationen der Börsen-Zeitung gilt BNP Paribas dabei als Favorit. Die Franzosen haben bereits das Geschäfts mit Hedgefonds und den elektronischen Aktienhandel von der Deutschen Bank gekauft. HSBC Deutschland liebäugelt nach Aussage von Chefin Carola von Schmettow ebenfalls mit dem Geschäft. Als Interessent gilt auch die Société Générale, die allerdings gerade das von der Commerzbank erworbene Zertifikategeschäft integriert.

Bis zu 500 Millionen Euro Verkaufspreis

Durch einen Verkauf kann die Deutsche Bank die Zahl der Stellen im Investmentbanking weiter abbauen und Abfindungen sparen. Nach Analystenschätzungen ist das Zertifikategeschäft 400 bis 500 Millionen Euro wert. Allerdings sitzen die Käufer hier am längeren Hebel, denn die Deutsche Bank hat in den letzten Jahren deutlich an Marktanteil verloren. 2014 führte das Geldhaus noch mit 18,1 Prozent. Mittlerweile kommt man nur noch auf 7,5 Prozent im deutschen Markt für Privatkunden und somit auf Platz 5. Die neue Nummer 1 ist die Deka.

Deutsche Bank (WKN: 514000)

Der Verkauf des Zertifikategeschäft macht Sinn, da die Deutsche Bank in den letzten Jahren deutlich an Marktanteilen verloren hat. Zudem setzt die Veräußerung Eigenkapital frei, denn das Geschäft gilt als sehr eigenkapitalintensiv. Damit wäre ein weiterer Schritt zum Konzernumbau gemacht. Insgesamt sind die Umsetzungsrisiken jedoch hoch. Allenfalls Trader sollten kurzfristig auf die Aktie setzen. Langfristig orientierte Anleger sollten nicht investieren.