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06.05.2022 Wall Street Journal

Wachstum stockt – Meta tritt auf die Einstellungsbremse

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Meta

Von Salvador Rodriguez
The Wall Street Journal
Übersetzung: Stefanie Konrad

Meta Platforms teilte am Mittwoch mit, dass es die Zahl der Neueinstellungen drastisch reduzieren wird. Damit beendet die Facebook-Mutter eine mehrjährige Phase, in der der Tech-Riese jährlich Tausende neue Arbeitsplätze geschaffen hat. Aktuell ist allerdings kein Stellenabbau vorgesehen.

„Wir bewerten unsere Talent-Pipeline regelmäßig neu entsprechend unseren geschäftlichen Anforderungen. In Anbetracht der Kostenprognose für dieses Geschäftsjahr schrauben wir die Zahl der Neueinstellungen entsprechend zurück“, sagte ein Meta-Sprecher in einer Mitteilung. „Wir werden unsere Belegschaft jedoch weiter ausbauen, um eine langfristige Entwicklung sicherzustellen.“

Nach eigenen Angaben wird Meta die Neueinstellungen von Mitarbeitern für mittlere und höhere Positionen stoppen beziehungsweise in einigen Fällen reduzieren. Diese Maßnahme schließt sich einem kürzlich erfolgten Einstellungsstopp von Nachwuchsentwicklern an, der einige Wochen zurückliegt.

Wie die anderen Tech-Riesen auch hat Meta in den letzten Jahren neue Mitarbeiter wie am Fließband eingestellt und seine Mitarbeiterzahl seit 2018 mehr als verdoppelt.

Am Ende des ersten Quartals beschäftigte Meta 77.800 Mitarbeiter in Vollzeit – 28 Prozent mehr als ein Jahr zuvor, wie aus dem jüngsten Quartalsbericht des Unternehmens hervorgeht.

Laut Meta sollen aktuell allerdings keine Stellen abgebaut werden. Meta hat seine Einstellungsziele teilweise überschritten – im ersten Quartal 2022 wurden mehr Mitarbeiter eingestellt als im gesamten Jahr 2021 – und nimmt nun entsprechende Anpassungen vor, so das Unternehmen.

Das Social-Media-Unternehmen ändert seine Einstellungsstrategie nach mehreren enttäuschenden Quartalen in Folge.

Meta (WKN: A1JWVX)

Letzte Woche verzeichnete das Unternehmen sein langsamstes Umsatzwachstum seit seinem Börsengang vor zehn Jahren, da es mit der wachsenden Konkurrenz durch TikTok und den neuen Datenschutzregeln für sein Werbegeschäft zu kämpfen hat. Im Februar gab das Unternehmen an, es gehe in diesem Jahr von Einbußen in Höhe von etwa zehn Milliarden Dollar aus. Der Grund dafür seien die von Apple im letzten Jahr eingeführten Änderungen beim Ad-Tracking.

Als weitere Faktoren für den Rückgang nannte Meta auch den Ukraine-Konflikt und die allgemeinen makroökonomischen Bedingungen.

Business Insider hatte bereits über die geänderte Einstellungsstrategie berichtet.

Am Mittwoch kletterte die Aktie als Reaktion auf die Nachricht um mehr als fünf Prozent nach oben.

Seit Februar ist die Meta-Aktie um mehr als 30 Prozent eingebrochen. Das entspricht einem Marktwertverlust in Höhe von 274,6 Milliarden Dollar.

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