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19.04.2021 Jochen Kauper

Volkswagen: Starke News aus China – Goldman Sachs sieht Potenzial bis 284 Euro!

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Volkswagen Vz.

In den letzten Tagen gab es wieder vermehrt gute News für die Aktionäre von Volkswagen. Der Auto-Hersteller hat im ersten Quartal über 20 Prozent mehr Autos verkauft im Vergleich zum Vorjahresquartal. Darüber hinaus wird auf der größten Automesse der Welt in Shanghai deutlich, dass die deutschen Autobauer bei der Elektromobilität nach anfänglichem Zögern deutlich aufgeholt haben. Wie viel Potenzial steckt noch in der Aktie?


Zur Eröffnung der größten Automesse der Welt in Shanghai waren Experten am Montag voll des Lobes über die deutschen Automobil-Hersteller in Sachen Elektromobilität.

"Sie sind schneller, entschlossener."

Unternehmensberater Peter Hage, Districom Group

"Sie sind schneller, entschlossener", sagte der deutsche Unternehmensberater Peter Hage von der in Peking ansässigen Districom Group. "Da ist viel Substanz - und damit auch mehr Wahrnehmung", sagte der langjährige Branchenkenner. "Geschwindigkeit wird immer wichtiger, aber die deutschen Marken haben ein unglaublich starkes Fundament und eine Historie, worauf sie aufbauen können."

Auf der "Auto China" erwarten rund 1000 Aussteller bis zum 28. April Hunderttausende Besucher. Da China das Coronavirus seit dem vergangenen Sommer weitgehend im Griff hat, ist es nach dem Branchentreffen in Peking im September schon die zweite große Automesse im Land binnen nur sieben Monaten. Allerdings müssen Besucher negative Coronatests vorweisen, ihre Körpertemperatur messen lassen und mit einer Handy-App nachweisen, dass sie nicht in Risikogebieten waren und ihre Teilnahme unbedenklich ist. E-Mobilität und Konnektivität sind die großen Themen der Messe, die sich über zwölf Hallen erstreckt.

Die chinesischen Hersteller sind aus Sicht von Districom-Gründer Hage eine "ernste Konkurrenz". "Insgesamt wächst von unten ein Bestreben, in den Premiummarkt vorzudringen." Aber da hätten die deutschen Marken "enorm starke Ausgangspositionen", die sie wahrscheinlich auch für die nächsten Jahre noch behalten würden. "Insgesamt hat sich das Marktumfeld noch nicht eingependelt", meinte Hage.

"Vor fünf Jahren hat Europa noch gedacht, dass die Entwicklung von Elektrofahrzeugen nicht realistisch ist."

Jia Xinguang, Direktor der Vereinigung der chinesischen Autohändler

"Der Wandel der deutschen Autohersteller verlief ziemlich schnell", sagte auch der Direktor der Vereinigung der chinesischen Autohändler, Jia Xinguang. "Vor fünf Jahren hat Europa noch gedacht, dass die Entwicklung von Elektrofahrzeugen nicht realistisch ist", so der Experte. "Aber jetzt war die Wende bei den Unternehmen aus Deutschland schneller als bei jenen aus den USA oder selbst Japan und Südkorea." Er hob besonders den Volkswagen -Konzern hervor, der mit seinen Plattformen die Massenproduktion standardisiert habe. "Doch ein Defizit in Deutschland wie auch in Europa sind die Batterien."

"Der Volkswagen-Konzern hat einen sehr guten Job bei den Elektroautos gemacht", sagte der Direktor des Centers for Automotive Research, Ferdinand Dudenhöffer, in Duisburg. "Die China-Strategie bei VW -Audi-Porsche-Skoda stimmt."

Kein Wunder, dass die UBS vergangene Woche bei ihrer Kaufempfehlung für die VW-Aktie blieb. Das Kursziel lautet nach wie vor 300 Euro.

Das Bankhaus Metzler legte sogar noch eine Schippe drauf. Analyst Jürgen Pieper hat das Kursziel für die Volkswagen-Aktie in seiner neuesten Studie von 225 Euro auf 330 Euro erhöht.

Volkswagen Vz. (WKN: 766403)

Lob kommt auch von Goldman Sachs. Die US-Investmentbank hat die Volkswagen-Vorzugsaktien auf "Buy" mit einem Kursziel von 284 Euro belassen. Analyst Mark Delaney rechnet im Autosektor mit einem robusten Wachstum fortschrittlicher Fahrerassistenzsysteme (ADAS), die Sicherheitsfunktionen wie automatische Spurwechsel und Notbremsungen ermöglichen. So dürfte der Markt für Kamera-, Radar- und Laser-basierte Abstandsmessungssysteme (LiDAR) bis 2025 auf mehr als 60 Milliarden US-Dollar wachsen, schrieb er in einer am Montag vorliegenden Branchenstudie. Der zunehmende Wettbewerb werde aber die Margen der in diesem Segment tätigen Zulieferer belasten. Autobauer wie Tesla, Volkswagen, BMW und Daimler sollten indes von der Entwicklung profitieren.

Es bleibt dabei: VW hat in den letzten Monaten deutlich an Geschwindigkeit in Sachen Elektromobilität, Software und Autonomes Fahren zugelegt. Ausgestattet mit einem riesigen Budget von 73 Milliarden Euro hat Volkswagen-Chef Herbert Diess Tesla den Kampf angesagt.

Der „Power Day“ von Volkswagen am 15. März war der Anpfiff zur Aufwärtsbewegung der Aktie. Der Trend ist intakt. Das nächste Etappenziel lautet 275,00 Euro.

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