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15.04.2021 Michael Schröder

Sixt: Frisches Blut und alte Reopening-Hoffnung

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Sixt

Die beiden künftigen Sixt-Vorstandschefs Alexander und Konstantin Sixt werden im Juni mit einem neuen Finanzvorstand starten. Deutschlands größter Autovermieter hat den Wirtschaftsprüfer und KPMG-Manager Kai Andrejewski (53) zum neuen Finanzchef berufen. Eine der ersten Aufgaben der neuen Führungsriege wird die Erstellung einer konkreteren Prognose für das laufende Jahr sein.

Der langjährige Unternehmenschef und Großaktionär Erich Sixt übergibt Mitte Juni den Vorstandsvorsitz an seine beiden Söhne und übernimmt den Aufsichtsratsvorsitz. Er sagte, die internationale Expansion und Digitalisierung des Unternehmens erfordere "eine weitere Transformation und Digitalisierung" des Finanzressorts. Es werde um den wichtigen Bereich Fahrzeugeinkauf erweitert.

Der bisherige Finanzchef Jörg Bremer werde Sixt nach drei Jahren im Amt "im besten gegenseitigen Einvernehmen verlassen, um sich neuen beruflichen Herausforderungen zu widmen", teilte der Konzern mit.

Das neue Vorstandsteam muss den Mobilitätsdienstleister mit Schwung aus der Coronakrise führen. Reisebeschränkungen und Lockdowns hatten 2020 den Umsatz um rund 39 Prozent im Jahresvergleich auf 1,5 Milliarden Euro einbrechen lassen. Obwohl Sixt die Autoflotte um ein Viertel verkleinerte, 1200 Stellen abbaute und viele Mitarbeiter in Kurzarbeit schickte, rutschte das Ergebnis vor Steuern mit minus 81,5 Millionen Euro in die roten Zahlen.

Sixt (WKN: 723132)

Der Mobilitätsdienstleister hat die Coronakrise genutzt, um strategisch bedeutsame Akquisitonen vorzunehmen, sich personell substanziell zu verstärken und seine Marktposition international auszubauen. Die erste Jahreshälfte dürfte operativ noch recht holprig werden, im weiteren Jahresverlauf sollte sich das Geschäftsumfeld aber verbessern. Ein zentraler Wachstumstreiber bleibt der US-Markt. Hier bietet sich Sixt nach einem “reopening” des öffentlichen Lebens enormes Potenzial. Wird diese Karte von den Investoren weiter gespielt, dann dürfte die Aktie weiter Boden gut machen und neue Höchststände markieren.

(Mit Material von dpa-AFX)

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