29.03.2020 Marion Schlegel

Novartis: Corona-Medikament – Zulassung per Eilverfahren?

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Novartis

Der schweizerische Pharmakonzern Novartis setzt bei der Suche nach einem Heilmittel gegen das Coronavirus große Hoffnungen in das Malariamittel Hydroxychloroquin. "Präklinische Studien mit Tieren sowie erste Daten aus klinischen Studien zeigen, dass es das Coronavirus tötet", sagte Novartis-Chef Vasant Narasimhan der "SonntagsZeitung". Derzeit würden in Europa und den USA Patientinnen und Patienten für klinische Studien gesucht und in Zusammenarbeit mit den Aufsichtsbehörden in den USA und der Schweiz eine Zulassung per Eilverfahren geprüft.

Zudem würden weitere bereits entwickelte Medikamente untersucht, ob sie für den Einsatz gegen Covid-19 infrage kämen. Auch das Krebsmittel Jakavi sei "sehr vielversprechend", sagte der Novartis-Chef. Dieses wirke zwar nicht gegen das Coronavirus, aber gegen die Immunreaktion im Körper. Außerdem würden das Multiple-Sklerose-Medikament Gilenya sowie Ilaris, ein Medikament gegen Fiebersyndrome, auf einen möglichen Einsatz geprüft.

Mit Pandemie-bedingten Kündigungen bei seinem Unternehmen rechnet Narasimhan "im Moment" nicht. Auch werde während der Krise auf die bereits geplanten Kündigungen verzichtet, die im Rahmen des laufenden Restrukturierungprogramms beschlossen worden waren.

Weiter rechtfertigte der Novartis-Chef im Interview die Entscheidung aus dem Jahr 2014, die Impfstoffsparte nach Großbritannien zu verkaufen. "Bei der Impfstoffherstellung ist es entscheidend, große Mengen für sehr große Bevölkerungsgruppen produzieren zu können". Und dieses Geschäft werde bei GlaxoSmithKline sehr erfolgreich betrieben.

Auch die Novartis-Aktie musste im vom Coronavirus geprägtem Marktumfeld Federn lassen. An den langfristigen Aussichten für den Pharma-Konzern hat sich indes nichts geändert, gestützt wird die zuversichtliche Einschätzung des AKTIONÄR durch den zuletzt positiven Newsflow von Unternehmensseite. Kann das Unternehmen nun womöglich auch im Kampf gegen Corona punkten, könnte dies der Aktie neuen Auftrieb verleihen.

(Mit Material von dpa-AFX)