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21.08.2020 Adam Maliszewski

K+S: Warum die Aktie unter Druck steht

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K+S

Das Land Thüringen will 30 Jahre nach der Wiedervereinigung nicht mehr für die immensen Sicherungskosten für stillgelegte Bergwerke, die durch K+S  gesichert werden, zahlen. Das bringt neuen Kursdruck für die Aktie. Eine gerichtliche Klärung steht noch aus, könnte aber den Konzern Millionen kosten.

K+S (WKN: KSAG88)

Gemäß alten Verträgen mit dem Land Thüringen ist das Unternehmen von den Kosten für die Sicherungsarbeiten in den Kali-Gruben Merkers und Springen an der thüringisch-hessischen Landesgrenze freigestellt. Diese Verträge sind aus den 1990er Jahren und beinhalten Arbeiten, die der Konzern aus Kassel erbringt.

Das Verwaltungsgericht Meiningen hatte Thüringen mit einem Urteil von 2015 untersagt, die Zahlungen für die Arbeiten in den Gruben in Südthüringen auf 409 Millionen Euro zuzüglich 20 Prozent zu begrenzen. Diese Gelder sind bereits an K+S geflossen. Gegen die Entscheidung des Verwaltungsgerichts legte das Land Berufung ein. Wann ein Urteil fällt, war am späten Donnerstagnachmittag noch immer offen.


Geld fließt unter Vorbehalt

Thüringen zahlt trotz des laufenden Rechtsstreits zunächst weiter an den Kali-Konzern K+S für die genannten Sicherungsarbeiten in den stillgelegten Gruben Merkers und Springen im Wartburgkreis. „Wir zahlen unter Vorbehalt“, sagte der Sprecher des Umweltministeriums, Tom Wetzling, am Donnerstag auf Anfrage.

Die Sicherungsarbeiten in den stillgelegten Gruben sind nötig, um riesige unterirdische Hohlräume, die bei der Kali-Förderung in der DDR entstanden, zu stabilisieren und so Senkungen oder gar Bergschläge zu verhindern. Dabei war es zu einer Kostenexplosion gekommen, weil in die Grube Springen Lauge eindringt und abgepumpt werden muss.


Das Kali-Unternehmen pocht auf Einhaltung der Verträge und hebt hervor, dass auch Arbeitsplätze in Gefahr geraten könnten. Thüringen will sich indes dieser Altlast entledigen. Nach Angaben eines Ministerial-Sprechers in Erfurt, seien aus dem Landesetat für diese Sicherungsarbeiten seit den 1990er Jahren bis August 2020 insgesamt etwa eine halbe Milliarde Euro an K+S geflossen. Thüringens Finanzministerium hatte vor einiger Zeit das finanzielle Risiko für den Landesetat in den nächsten Jahrzehnten auf 2,9 bis 3,6 Milliarden Euro geschätzt. 


Die Börse reagiert bei der K+S–Aktie mit deutlichen Abschlägen. Das Papier hat nun auch technisch betrachtet weiteren Abwärtsdruck aufgebaut. Investierte Anleger setzen unbedingt den Stoppkurs bei 5,50 Euro.


(Mit Material von dpa-AFX)