Investieren wie Peter Lynch - So geht's
15.01.2021 Carsten Kaletta

JPMorgan: Sprudelnde Gewinne dank Aktien und Anleihen

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JPMorgan Chase

JP Morgan hat den Zahlenreigen der US-Banken positiv eröffnet. So hat die größte US-Bank im vierten Quartal einen Gewinnsprung von mehr als 40 Prozent gemacht und damit die Erwartungen der Analysten deutlich übertroffen. Vor allem ein florierender Aktien- und Anleihehandel war der Wachstumstreiber. Vorbörslich verliert die Aktie 0,8 Prozent – vermutlich getreu der Börsenweisheit „sell on good news“.

Konkret hat JPMorgan einen Quartalsgewinn von 12,1 Milliarden Dollar oder 3,79 Dollar pro Aktie erwirtschaftet – erwartet worden war ein Gewinn von 2,67 Dollar pro Anteilsschein. Ein Jahr zuvor hatte man einen Quartalsgewinn von 2,57 Dollar je Aktie ausgewiesen. Genauso lag der Umsatz über den Schätzungen der von Bloomberg befragten Analysten: Die größte Bank des Landes meldete für das letzte Jahresviertel Erlöse von 30,2 Milliarden Dollar, und übertraf damit die Erwartungen der Experten – die hatten im Schnitt 28,7 Milliarden Dollar auf ihren Zetteln stehen.

Angetrieben wurde das Wachstum durch das Wall-Street-Geschäft: So sprudelten förmlich die Einnahmen im Handel mit Aktien, Anleihen, Währungen sowie Rohstoffen. Dagegen gingen jedoch die Zinseinnahmen zurück.

Zudem profitierte JP Morgan von einer niedrigeren Risikovorsorge für ausfallgefährdete Kredite: Statt wie von Analysten erwartet weiteres Geld für gefährdete Kredite zurückzulegen, löste die Bank sogar Rückstellungen in Milliardenhöhe auf.

Auch ohne diesen Schritt hätte das Unternehmen den Quartalsgewinn stärker gesteigert als von Experten erwartet. Im Gesamtjahr schlugen die Folgen der Corona-Krise jedoch deutlicher zu Buche. Weil die Bank bereits in den ersten neun Monaten eine zweistellige Milliardensumme für Kreditausfälle zur Seite gelegt hatte, sank der Überschuss im Jahresvergleich um ein Fünftel auf 29,1 Milliarden Dollar.


JPMorgan Chase (WKN: 850628)

Auch wenn es heute zu (stärkeren) Gewinnmitnahmen kommen sollte – JPMorgan ist die Nummer 1 in den USA und sowohl im Investmentbanking als auch im reinen Kreditgeschäft stark vertreten. Zudem sind die Aussichten für die Märkte auch 2021 gut. Fazit: Neu-Anleger nutzen Schwächephasen zum Kauf. Investierte lassen die Gewinne der Alt-Empfehlung des AKTIONÄR weiter laufen.

(Mit Material von dpa-AFX)