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26.05.2020 Marion Schlegel

Infineon-Aktie: Kapitalerhöhung beschlossen – kann das die Aktie bremsen?

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Infineon Technologies

Der Chiphersteller Infineon will sich am Kapitalmarkt zur Finanzierung der Cypress-Übernahme frisches Geld beschaffen. Mit der Ausgabe neuer Aktien sollen brutto etwa eine Milliarde Euro erlöst werden, wie der DAX-Konzern am Dienstagabend in Neubiberg mitteilte. Der Aufsichtsrat habe eine Kapitalerhöhung gegen Bareinlagen beschlossen. Das Grundkapital der Gesellschaft werde um etwa vier Prozent erhöht. Die neuen Aktien sollen ausschließlich institutionellen Anlegern im Rahmen einer Privatplatzierung in einem beschleunigten Verfahren zum Kauf angeboten werden.

Den erwarteten Erlös will Infineon zur teilweisen Finanzierung des Kaufs des US-Konzerns Cypress nutzen. Mit dem Geld solle ein Teil der Darlehen abgelöst werden, die zur Finanzierung der Akquisition aufgenommen wurden, hieß es. Der neun Milliarden Euro teure Kauf ist der größte der Unternehmensgeschichte. Die neuen Infineon-Aktien sollen ab dem 1. Oktober 2019 gewinnberechtigt sein.

Infineon Technologies (WKN: 623100)

Börsianer zeigten sich zunächst nicht begeistert. Der Aktienkurs von Infineon sackte auf der Handelsplattform in einer ersten Reaktion um mehr als zwei Prozent ab. Zuletzt konnte sich die Aktie aber wieder erholen. Sie notiert wieder 1,8 Prozent im Plus bei 19,75 Euro und bestätigt damit den zuvorigen starken Tagesverlauf.

Hier hatte Infineon auch von einer positiven mittelfristigen Einschätzung der Deutschen Bank profitiert. Sie hat Infineon auf "Buy" mit einem Kursziel von 22 Euro belassen. Die Umsätze mit Halbleitern für die gebeutelte Autoindustrie dürften im laufenden Jahr um 13 Prozent sinken, so Analyst Johannes Schaller in einer am Dienstag vorliegenden Branchenstudie. Für 2021 rechnet der Experte jedoch mit einer Erholung um 16 Prozent und zählt in diesem Zusammenhang Infineon und STMicro zu seinen bevorzugten Sektorwerten.

Die Aktie von Infineon hat sich zuletzt enorm stark präsentiert. So gelang beispielsweise der charttechnische Ausbruch über die bei knapp 18 Euro verlaufende 200-Tage-Linie. In diesem Bereich verläuft auch der seit dem Corona-Crash gültige Aufwärtstrend. Wird dieser unterschritten, droht ein Rücksetzer bis zur horizontalen Unterstützung bei 15,00 Euro. Danach sieht es derzeit aber weiterhin nicht aus. Daher heißt es: Gewinne mit Stopp bei 16,50 Euro laufen lassen!

(Mit Material von dpa-AFX)