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03.08.2020 Maximilian Völkl

Hochtief mit Gewinneinbruch, Prognose nicht möglich – das reicht dem Markt nicht

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Hochtief

Der Baukonzern Hochtief hat im zweiten Quartal wegen der Corona-Pandemie einen deutlichen Gewinneinbruch erlitten. Vor allem das Geschäft des spanischen Autobahnbetreibers Abertis, an dem Hochtief mit rund 20 Prozent beteiligt ist, lief wegen der Lockdowns deutlich schlechter. Außer in Spanien betreibt das Unternehmen vor allem Autobahnen in Frankreich, Chile und Brasilien.

Der um Sondereffekte bereinigte Gewinn lag im zweiten Quartal mit 103,1 Millionen Euro um 37 Prozent niedriger als ein Jahr zuvor, wie der MDAX-Konzern am Montag in Essen mitteilte. Rechnet man den Beitrag aus der Finanzbeteiligung an dem spanischen Autobahnbetreiber Abertis heraus, ging der operative Nettogewinn um 8,1 Prozent zurück. Der Umsatz schrumpfte in dem Zeitraum um fast 8 Prozent auf 5,79 Milliarden Euro.

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Thiess-Verkauf steht bevor

Um die Bilanz der australischen Tochter Cimic und auch die eigene zu verbessern, will Hochtief die Hälfte des australischen Minenausrüsters Thiess an den Hedgefonds Elliott verkaufen. Cimic befindet sich mit dem Finanzinvestor in fortgeschrittenen Gesprächen. Hochtief-Chef Marcelino Fernandez Verdes, der auch Verwaltungsratschef bei Cimic ist, rechnet mit einem Vertragsabschluss in den kommenden Wochen.

Trotz der Auswirkungen der Corona-Pandemie erwartet die Hochtief-Führung, dass in den Märkten, in denen Hochtief engagiert ist, weiterhin investiert wird. Hochtief habe in Nordamerika, in der Region Asien-Pazifik und Europa für das laufende Jahr Zielobjekte im Wert von rund 100 Milliarden Euro und für die Zeit darüber hinaus weitere Projekte im Umfang von 500 Milliarden Euro identifiziert, hieß es weiter. Das Unternehmen baut auch darauf, dass Regierungen verschiedener Staaten zur Bewältigung der Krise stärker in Infrastruktur investierten.

Wir beobachten weiter, wie sich Covid-19 auf unsere betriebliche und finanzielle Entwicklung im Jahr 2020 auswirkt.

Hochtief-Chef Marcelino Fernandez Verdes

Keine Prognose

Zu seinen Jahreszielen äußerte sich Hochtief nicht. "Wir beobachten weiter, wie sich Covid-19 auf unsere betriebliche und finanzielle Entwicklung im Jahr 2020 auswirkt", schrieb Unternehmenschef Marcelino Fernandez Verdes in einem Aktionärsbrief. Bei der Vorlage der Jahreszahlen 2019 im Februar hatte sich der Unternehmenschef noch zuversichtlich gezeigt und für 2020 einen um Sondereffekte bereinigten Konzerngewinn von 690 bis 730 Millionen Euro angepeilt. Das wären bis zu rund neun Prozent mehr als im Vorjahr gewesen.

Hochtief (WKN: 607000)

Hochtief leidet stark unter Corona. Das kommt nicht überraschend. Die rapide Erholung vom Crash im März ist inzwischen Geschichte. Aktuell überwiegen die Sorgen vor einer zweiten Welle und die Angst, dass die Konjunkturerholung länger dauert als gehofft. Wer investiert ist, beachtet den Stopp bei 65,00 Euro. Neueinsteiger sollten die erneute charttechnische Trendwende abwarten.

Mit Material von dpa-AFX