21.03.2013 Norbert Sesselmann

Gildemeister-Aktie verliert deutlich: Klingen bald die Hochzeitsglocken?

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DMG Mori
Trendthema

Mori Seiki und Gildemeister sind sich keine Unbekannten. Beide Unternehmen sind bereits durch eine Überkreuzbeteiligung miteinander verflochten. Diese tiefe Partnerschaft soll jetzt ausgebaut werden. Hierfür braucht Gildemeister Geld. Aktionären gefällt das gar nicht.

Der größte deutsche Werkzeugmaschinenbauer Gildemeister vertieft die Verflechtung mit dem japanischen Branchenkollegen Mori Seiki. Die Beteiligung der Asiaten an den Bielefeldern solle auf 24,9 Prozent aufgestockt werden. Im Gegenzug habe Gildemeister das Recht, seinen Anteil an den Japanern auf 10,1 Prozent zu erhöhen. Bisher ist eine Beteiligung von Mori Seiki von 20,1 Prozent an den Deutschen bekannt. Gildemeister hält wiederum 5,1 Prozent an den Japanern. Die Partnerschaft besteht seit 2009 und wurde im Laufe der Jahre ausgebaut.

Gemeinsamer Name

Zudem wollen sich die beiden einen gemeinsamen Namen geben. "Es gibt aber keine konkreten Fusionspläne", sagte Gildmeister-Vorstandschef Rüdiger Kapitza der Finanz-Nachrichtenagentur dpa-AFX. Ganz ausschließen wollte er einen solchen Schritt für die Zukunft aber auch nicht: "Man soll nie nie sagen." Die tiefergehende Partnerschaft solle bei entsprechender Zustimmung der Kartellbehörden im Spätsommer oder Herbst an den Start gehen.

Interessante Märkte

Ziel sei es, die Kooperation und den gemeinsamen Bau von Maschinen in vielen Märkten zu vertiefen, sagte der Manager. "Etwa in Amerika, wo bislang Mori Seiki stärker aufgestellt als wir und in Russland, wo Gildemeister stärker ist." Längerfristig sei es auch interessant, die Wachstumsmärkte Indien und Brasilien gemeinsam zu beackern. Gerade Werkzeugmaschinen für einfachere Aufgaben sollten gemeinsam gebaut werden. Mit der zunehmenden Produktion der Maschinen in den Kundenländern seien unter anderem schnellere Lieferzeiten und auch Kostenvorteile möglich.

Der Aktienkurs der Bielefelder kommt heut mächtig unter Druck. Kurz nach Handelsbeginn verliert die sechs Prozent an Wert. Am letzten Freitag haben Spekulationen über eine mögliche Fusion noch für steigende Kurse gesorgt. Anleger, die der Kaufempfehlung des AKTIONÄR gefolgt sind, sollten auf jeden Fall dabeibleiben und den Stopp bei 16 Euro auf Schlusskurs beachten.