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28.04.2022 Wall Street Journal

Ford: 3,1 Milliarden Dollar Verlust

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Ford Motor

Von Nora Eckert
The Wall Street Journal
Übersetzung: Laura Markus

Ford musste im ersten Quartal einen Nettoverlust von 3,1 Milliarden Dollar hinnehmen. Grund war vor allem der starke Wertverlust seiner Beteiligung an dem Elektroauto-Startup Rivian. Im ersten Quartal 2021 hatte das Unternehmen noch einen Nettogewinn von 3,3 Milliarden Dollar erzielt.


Der Autohersteller aus Dearborn, Michigan, hielt an seiner Jahresendprognose für einen Vorsteuergewinn von 11,5 bis 12,5 Milliarden Dollar im Jahr 2022 fest. Und das, obwohl es nach wie vor schwierig ist, genügend Autoteile zu beschaffen, um die Fließbänder in Betrieb zu halten.

Der Umsatz sank im ersten Quartal aufgrund der zurückgegangenen Produktion um fünf Prozent auf 34,5 Milliarden Dollar. Der seit über einem Jahr andauernde Halbleitermangel beeinträchtigt weiterhin die Produktion von Ford, weshalb es im Berichtsquartal in mehreren Werken zu Ausfällen kam. Dadurch konnten nicht genügend Fahrzeuge ausgeliefert werden, um die Kundennachfrage zu decken.

Der operative Gewinn ohne Einmaleffekte betrug im ersten Quartal 2,3 Milliarden Dollar beziehungsweise 38 Cent pro Aktie und lag damit über den Erwartungen der Analysten von 37 Cent pro Aktie. Dennoch war der operative Gewinn niedriger als im Vorjahreszeitraum mit 3,9 Milliarden Dollar.

„Die Leistungsfähigkeit des Unternehmens ist viel größer als das, was wir in diesem Quartal vorlegen konnten“, so John Lawler, Chief Financial Officer von Ford.

Ford Motor (WKN: 502391)

Die Ford-Aktie blieb im nachbörslichen Handel fast unverändert. Sie schloss am Mittwoch bei 14,85 Dollar.

Ford hat schon früh in Rivian investiert und bisher vom starken Wertzuwachs des Unternehmens nach dessen Börsengang profitiert. Nach Angaben von Ford brachte der Kursanstieg der Rivian-Aktie dem Unternehmen 2021 einen Buchgewinn von 8,3 Milliarden Dollar. Aber die Aktien von Rivian und anderen Elektroauto-Startups sind in den letzten Monaten eingebrochen, da die anfängliche Begeisterung der Investoren nachgelassen hat und die Führungskräfte die Produktionsprognosen nach unten korrigiert haben. Die Rivian-Aktie ist seit Jahresanfang um fast 70 Prozent gefallen.

Ford teilte am Mittwoch mit, dass die schwächeren Quartalsergebnisse vor allem auf einen Marktwertverlust in Höhe von 5,4 Milliarden Dollar aus seiner Rivian-Beteiligung zurückzuführen sind.

Im Laufe des Quartals wurden die Aussichten für die Automobilindustrie immer unsicherer. Der Ukraine-Krieg und pandemiebedingte Einschränkungen in China haben die Automobilproduktion und die Lieferkette noch weiter beeinträchtigt.

Außerdem spüren die Autobauer den Inflationsdruck, vor allem bei wichtigen Materialien wie Lithium, Kobalt und Nickel, die für die Batterien von E-Autos benötigt werden.

Foto: Ford

Finanzchef Lawler sagte am Mittwoch, Ford habe im ersten Quartal die Preise erhöht, insbesondere für den Elektro-SUV Mustang Mach-E, um die steigenden Rohstoffkosten auszugleichen. Zudem rechnen die Führungskräfte damit, dass sich die Verfügbarkeit von Halbleitern allmählich verbessert, und erwarten für die zweite Jahreshälfte 2022 eine bessere Versorgung.

Laut Lawler werden höhere Umsätze in der zweiten Jahreshälfte und eine weiterhin gute Preisgestaltung angesichts des knappen Angebots dazu beitragen, dass das Unternehmen seine Jahresprognose erfüllen kann.

General Motors meldete für das erste Quartal einen Rückgang des Nettogewinns um drei Prozent, hielt aber an seiner bisherigen Jahresendprognose fest.

Nach Angaben von GM zahlen die Kunden zwar höhere Preise für die Fahrzeuge, aber diese Gewinne werden durch höhere Rohstoff- und Logistikkosten wieder zunichtegemacht. Diese Ausgaben belasten das Ergebnis stärker als in früheren Quartalen.

Anderthalb Jahre nach seinem Amtsantritt versucht Ford-Chef Jim Farley, aggressiv in den Bereich der Elektrofahrzeuge einzusteigen und die internen Abläufe so umzustrukturieren, dass sie besser mit neueren Konkurrenten wie Tesla mithalten können, die kein Geschäft mit Benzinmotoren haben. Im März gab das Unternehmen bekannt, dass es die Geschäftsbereiche Elektrofahrzeuge und Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor voneinander trennt, indem es zwei verschiedene Abteilungen schafft.

Derzeit versucht Ford noch, seine Produktion wieder auf Kurs zu bringen. Laut dem Marktforschungsunternehmen AutoForecast Solutions hat der Autobauer in den ersten drei Monaten des Jahres rund 100.000 Fahrzeuge weniger produziert.

Im Gegensatz zu Ford hat Tesla im ersten Quartal einen satten Gewinn von 3,32 Milliarden Dollar erzielt. Auch die Quartalsergebnisse von GM übertrafen die Prognosen der Analysten.

Ford hat in letzter Zeit verstärkt in den Bereich Elektrofahrzeuge expandiert und will unter anderem sieben Milliarden Dollar in vier neue Fabriken in Tennessee und Kentucky investieren. Außerdem hat das Unternehmen diese Woche mit dem Bau einer elektrischen Version seines Bestseller-Pick-ups F-150 begonnen. Das Modell wird preislich bei 40.000 Dollar beginnen und damit viele Konkurrenten unterbieten.

Die Ford-Aktie ist jedoch in diesem Jahr um 28,5 Prozent eingebrochen. Der S&P 500 ist seit dem 1. Januar um zwölf Prozent gefallen.

Die Ford-Händler haben große Mühe, ihre Läden zu füllen und die immer noch starke Nachfrage der Kunden zu decken. Da die Lagerbestände nach wie vor knapp sind, gehen Analysten davon aus, dass die Autopreise in den kommenden Monaten hoch bleiben werden, um den steigenden Kostendruck der Autohersteller auszugleichen.

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