21.10.2019 Leon Müller

Auffälligkeit bei Directors' Dealings mit Teamviewer-Aktie

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Teamviewer
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Ein hochrangiges Mitglied aus dem Teamviewer-Aufsichtsrat hat für zwei Millionen Euro Aktien des Fernwartungssoftware-Unternehmens gekauft. Eigentlich eine positive Nachricht. Doch weil der Kauf bereits zum Börsengang erfolgte, aber erst am vergangenen Freitag gemeldet wurde, schaut sich nun die deutsche Finanzaufsichtsbehörde BaFin den Fall genauer an. Das Unternehmen versichert, keinen Fehler gemacht zu haben.

Zum Ausgabepreis von 26,25 Euro hat der stellvertretende Aufsichtsratsvorsitzende Jacob Fonnesbech Aqraou am 24. September 2019 Teamviewer-Aktien im Wert von insgesamt 1.999.987,50 Euro erworben. Das entspricht 76.190 Aktien. Diese hatte der dänische Investor, der unter anderem mehrere Jahre als Führungskraft bei eBay tätig war, bereits einen Tag vor dem Börsengang in Frankfurt außerhalb des regulären Handels gekauft.

Das Geschäft wurde erst fast vier Wochen später, am vergangenen Freitag (18. Oktober 2019), im Rahmen einer offiziellen Directors' Dealing Meldung bekannt – ungewöhnlich spät. Auf Anfrage des AKTIONÄR schrieb eine Sprecherin der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) am Montag: „Nach der MAR (Market Abuse Regulation, Marktmissbrauchsverordnung – Anm. d. Red.) sind Eigengeschäfte von Führungspersonen unverzüglich und spätestens drei Geschäftstage nach dem Datum des Geschäfts zu melden. Wir werden uns daher die Meldung näher anschauen.“

Das Unternehmen erklärt auf Anfrage, es erkenne die Komplexität des Sachverhalts an, ein Fehlverhalten werfe man sich aber nicht vor. Auch gebe es keine offizielle Untersuchung durch die Finanzdienstleistungsaufsicht: "Es handelte sich hierbei um einen rechtlich komplizierten Sachverhalt, da bereits im Wertpapierprospekt die bevorzugte Zuteilung für Herrn Aqraou dargestellt worden war. Nichtsdestotrotz hat man sich aus Gründen der größtmöglichen Transparenz dazu entschieden, im Nachgang eine Meldung zu veröffentlichen", so eine Sprecherin.

Der Kurs der Teamviewer-Aktie war nach dem Börsengang zunächst deutlich gefallen. Morgan Stanley griff mit Stützkäufen im Bereich von 23,42 bis 25,21 Euro ein. Inzwischen hat sich der Kurs etwas gefangen, liegt aber weiterhin unter dem Kaufkurs von Fonnesbech Aqraou.

Teamviewer (WKN: A2YN90)