08.08.2019 Marion Schlegel

Erst Siemens, jetzt auch Siemens Healthineers – das sollten Sie im Auge behalten!

-%
Siemens Healthineers
Trendthema

Die Aktie von Siemens hat ihren Anleger zuletzt wenig Freude beschert. Der Wert rutschte Ende Juli unter die 200-Tage-Linie und hat zuletzt ordentlich Fahrt nach unten aufgenommen. Nun hat auch die Aktie der Tochter, Siemens Healthineers, dieses Schicksal ereilt. Auch sie ist zuletzt unter den 200-Tages-Durschnitt zurückgefallen. Im Gegensatz zur Mutter Siemens kann sich das Papier aber gut behaupten.

Siemens (WKN: 723610)

Die jüngsten Zahlen für das zweite Quartal von Siemens Healthineers wurden an der Börse gut aufgenommen, die Prognosen wurden bestätigt. Das Unternehmen kämpft wegen seiner Atellica-Plattform allerdings seit einigen Quartalen mit Wachstumsproblemen. Die Zukunft bleibt dennoch vielversprechend. Medizintechnik ist ein Wachstumsmarkt und die Siemens-Tochter ist hier top positioniert.

Das Unternehmen will weiter Gas geben. Wie jüngst bekannt wurde, soll das Geschäft mit Präzisionsmedizin durch einen Milliardenzukauf gestärkt werden. Dazu übernimmt der Konzern das börsennotierte US-Unternehmen Corindus für insgesamt 1,1 Milliarden Dollar in bar, wie die Siemens-Tochter am Donnerstag in Erlangen mitteilte. Dabei zahlt Healthineers 4,28 Dollar je Aktie. Diese schloss am Mittwoch in New York bei 2,42 Dollar. Das Management von Corindus unterstützt die Übernahme.

Finanziert wird die Übernahme durch ein Darlehen der Konzernmutter Siemens. Siemens-Vorstand und Healthineers-Aufsichtsratschef Michael Sen erklärte auf Twitter, die Übernahme von Corindus passe "perfekt" zur Healthineer-Strategie. Im Umfeld des Healthineers-Aufsichtsgremiums hieß es, die Übernahme sei ein mutiger Schritt, der vom Aufsichtsrat mitgetragen werde. Allerdings müsse das Management nun auch beweisen, dass der Plan aufgehe. Der Aufsichtsrat wolle auch entsprechende Ergebnisse sehen.

Siemens Healthineers (WKN: SHL100)

Für die Aktie von Siemens Healthineers ist wichtig, dass die 200-Tage-Linie schnell zurückerobert werden kann. Um das angeschlagene Chartbild jedoch komplett in ein positives zu wandeln, muss auch der Ausbruch über die 40-Euro-Marke gelingen. DER AKTIONÄR bleibt zuversichtlich, dass dies bald gelingen kann. Die Aktie bleibt ein Basisinvestment.

Bei der Aktie der Mutter, Siemens, sieht die charttechnische Lage angespannter aus. Mittlerweile sind im Kurs aber bereits viele Belastungsfaktoren eingepreist. Neueinsteiger sollten zunächst abwarten, ob im Bereich der 90-Euro-Marke ein Boden ausgebildet werden kann. Investierte Anleger sichern ihre Positionen mit einem Stopp bei 86 Euro nach unten ab.

(Mit Material von dpa-AFX)