13.10.2019 Martin Mrowka

Hoffnungs-Signale in Handelsstreit und Brexit-Konflikt – doch können DAX und Co kurzfristig noch weiter zulegen?

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DAX
Trendthema

Vor dem Wochenende gab es zuversichtlich stimmende Entspannungssignale im Handelsstreit und auch bei den Brexit-Verhandlungen. An den Aktienmärkten stiegen die Kurse. Doch nur wenn die ersten Schritte der Politik nachhaltig und dauerhaft sind, wird es auch mit DAX und Co weiter aufwärts gehen. Dem aktuellen Optimismus stehen auch skeptische Stimmen gegenüber. Ein Wochenausblick.

Neue Zuversicht im US-chinesischen Handelskonflikt und eine überraschende Wendung im Brexit-Streit haben am Freitag ein Kursfeuerwerk am deutschen Aktienmarkt ausgelöst. Der deutsche Leitindex im DAX zog am Freitag um 2,9 Prozent auf 12.511 Punkte an. Auf Wochensicht bedeutet dies ein Plus von 4,2 Prozent.

Der MDAX hinkte am Freitag angesichts eines Kurseinbruchs bei den Hugo-Boss-Aktien dem DAX hinterher. Der Index der mittelgroßen deutschen Werte stieg um 1,2 Prozent auf 25.627 Punkte. Auf Wochensicht stieg der MDAX um 0,4 Prozent.

Entspannung im Handelsstreit

Am Freitag-Abend verkündete US-Präsident Donald Trump ein Teilabkommen mit China in dem seit mehr als einem Jahr andauernden Handelskrieg . Die "Phase eins" eines umfassenderen Abkommens beinhalte unter anderem die Themen geistiges Eigentum, Finanzdienstleistungen und Agrarprodukte, sagte Trump nach einem Treffen mit dem chinesischen Vize-Premierminister Liu He im Weißen Haus. Die USA wollen nun auf die für Dienstag angekündigte Anhebung von Strafzöllen auf chinesische Importe im Umfang von 250 Milliarden US-Dollar verzichten, wie Finanzminister Steven Mnuchin erklärte.

Damit kommt Entspannung in den Handelskrieg, der in beiden Ländern zu einer Verlangsamung des Wirtschaftswachstums geführt hat und die Weltkonjunktur bremst.

"Optimismus an allen Fronten"

Börsenexperte Thomas Altmann vom Vermögensverwalter QC Partners sieht "Optimismus an allen Fronten", zumal es auch Fortschritte bei den Brexit-Gesprächen gebe. Großbritannien und die Europäische Union berieten am Freitag, ob vor dem Austrittstermin am 31. Oktober doch noch ein Abkommen möglich ist.

DAX (WKN: 846900)

Ein letzter Kraftakt vor dem EU-Gipfel könnte nun bis Ende der Woche den Durchbruch im Brexit-Streit bringen. Die Europäische Union ließ sich am Freitag auf eine neue Verhandlungsrunde mit Großbritannien ein, da sie eine Einigung zumindest nicht für ausgeschlossen hält. Eine Erfolgsgarantie gebe es aber auch nicht, warnte EU-Ratspräsident Donald Tusk.

Liquidität treibt

Der deutsche Leitindex DAX könnte nach seinem jüngsten Kursfeuerwerk auch in der neuen Woche durchaus weiter zulegen. "Die Märkte wollen nach oben, weil seitens der Notenbanken und der Staaten umfangreich Geld gedruckt wird", schrieben die Autoren des Börsenbriefs "AB-Daily" von Bernecker. Die zusätzliche Liquidität dürfte demnach die Kurse weiter antreiben.

Trotz Annäherung im Handelsstreit und im Brexit dürften die Bäume nicht in den Himmel wachsen - zu groß sind die Bedenken, dass sich die Hoffnungen auf eine Entspannung der aktuellen politischen Konflikte als verfrüht erweisen. Zunächst einmal haben aber wohl die Optimisten die Oberhand. Der DAX könnte zunächst bis etwa 12.650 Punkte anziehen.

Auch skeptische Stimmen

Aktienstratege Andreas Hürkamp von der Commerzbank blickt indes wenig euphorisch in die Zukunft. So hätten europäische Aktienfonds derzeit mit Mittelabflüssen zu kämpfen. "Unserer Meinung nach liegt das an dem weiterhin sehr unsicheren Ausblick für die DAX-Unternehmensgewinne und die DAX-Dividenden", sagte der Analyst. Gefallene Einkaufsmanager-Indizes für Deutschland und den Euroraum sowie das Zehnjahres-Tief des ISM-Index deuteten darauf hin, dass die Erwartungen im dritten Quartal weiter nach unten korrigiert würden.

Die neue Woche könnte derweil schon einige Hinweise darauf liefern, ob die Sorgen um die Unternehmensgewinne berechtigt sind. Nach einem ruhigen Börsentag am Montag startet am Dienstag bei den US-Banken die Berichtssaison. Gleich vier Finanzinstitute - JPMorgan Chase, Goldman Sachs, Citigroup und Wells Fargo - legen ihre Quartalsberichte vor. Weitere US-Konzerne folgen im Laufe der Woche.

Gibt es positive Überraschungen?

Laut Dekabank-Chefvolkswirt Ulrich Kater könnte das einige leicht positive Überraschungsimpulse für den DAX bereithalten, nachdem das geschwächte US-Wachstum zuletzt für gesenkte Gewinneinschätzungen gesorgt hatte. Gut möglich also, dass einige Unternehmen etwas besser abschneiden als befürchtet.

Der Blick der Anleger dürfte sich in der neuen Woche ansonsten auch auf Zooplus richten. Der Online-Tierbedarfshändler hatte im ersten Halbjahr mit Verlusten zu kämpfen und wird am Donnerstag seine Umsatzzahlen vorlegen. Derweil nimmt die Berichtssaison hierzulande erst Ende Oktober richtig Fahrt auf.  Mit Material von dpa-AFX

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