19.11.2019 Maximilian Völkl

Deutsche Telekom: Was bedeutet der Abgang von John Legere?

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Es war ein Paukenschlag. Am Montag wurde bekannt, dass die erfolgreiche Telekom-Tochter T-Mobile US ab Mai 2020 auf ihren schillernden Vorstandschef John Legere verzichten muss. Er verkörperte seit 2012 das Gesicht des wachstumsstarken Jägers der Platzhirsche AT&T und Verizon. Gelingt der Sprint-Deal, ist seine Mission aber erfüllt.

„John Legere kann auf eine außerordentlich erfolgreiche Zeit als CEO zurückblicken“, so Telekom-Chef Timotheus Höttges laut Mitteilung. „Als Architekt der Un-carrier-Strategie und der damit verbundenen Transformation des Unternehmens, hat er maßgeblichen Anteil an der starken Position des Unternehmens heute.“

T-Mobile US wird nach dem Sprint-Deal selbst zu einem der Platzhirsche auf dem US-Mobilfunkmarkt, den sich die neuen „Big three“ künftig mit Dish Network teilen könnten. T-Mobile US wird dann unter der Führung des bisherigen COO Mike Sievert agieren. Er galt ohnehin als Hirn hinter der Un-carrier-Strategie, die Legere so erfolgreich in die Öffentlichkeit transferierte.

Mit der Strategie krempelte T-Mobile US den Mobilfunkmarkt in den USA um, indem mehr Flexibilität geboten und die Preise gedrückt wurden. Quartal für Quartal wurden so Millionen Kunden gewonnen und T-Mobile US vom Sorgenkind zum Wachstumsmotor der Telekom geworden.

Doch es gab auch Kritik an John Legere. So sind seine Bezahlung und seine hohe Machtfülle vor allem bei der Deutschen Telekom zunehmen auf Widerstand gestoßen. Zudem gilt Legere als nicht gerade umgänglicher Typ. Auch seine schrillen Auftritte als Marketingbotschafter braucht T-Mobile US inzwischen nicht mehr zwingend.

Deutsche Telekom (WKN: 555750)

Die Erfolgsgeschichte von T-Mobile US hing lange mit dem Namen John Legere zusammen. Doch Sievert ist lange im Konzern und dürfte die neue Situation am US-Markt – vorausgesetzt, der Sprint-Deal geht endgültig durch – meistern. Sorgen müssen sich Anleger der Deutschen Telekom hier nicht machen. Entsprechend gemäßigt fiel auch die Reaktion an den Börsen aus. Konservative bleiben dabei.

Der Vorstandsvorsitzende und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die durch die durch die Publikation etwaig resultierende Kursentwicklung profitieren: Deutsche Telekom.