20.09.2019 Marion Schlegel

Deutsche Post: Höhere Paketpreise – kann die Aktie wieder Fahrt aufnehmen?

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Deutsche Post
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Die Deutsche Post DHL erhöht die Paketpreise für Großkunden mit individuellen Tarifen. Sie sollen im kommenden Jahr deutlich steigen, kündigte das Unternehmen am Donnerstag in Bonn an. Der genaue Zeitpunkt der Erhöhungen hänge von den jeweiligen Vertragsbedingungen ab, sagte eine Sprecherin. Angaben zu den Preisen und den Erhöhungen macht die Deutsche Post nicht. Individuelle Tarife schließt DHL mit Großkunden ab, die mehr als 3.000 Pakete im Jahr versenden.

Zum 1. September hatte die Deutsche Post bereits die Preise für kleinere Geschäftskunden, die nach Listenpreisen zahlen, erhöht. Für Privatkunden war das Porto für Pakete bis 5 Kilogramm, die in einer Filiale frankiert werden, um 50 Cent auf 7,49 Euro gestiegen. Die Deutsche Post begründet die Erhöhungen mit erheblich gestiegenen Transport- und Personalkosten. Pro Jahr will sie 150 Millionen Euro in Personal, weitere Automatisierung und den Ausbau der Post- und Paketinfrastruktur zu investieren.

Für das zweite Quartal hatte die Deutsche Post gute Zahlen für das Paketgeschäft gemeldet. Der Umsatz mit Paketen im Inland war gegenüber dem gleichen Vorjahreszeitraum um 10,5 Prozent auf 1,4 Milliarden Euro gestiegen. Das Betriebsergebnis in der Sparte Post & Paket Deutschland kletterte von 108 auf 177 Millionen Euro.

Die Aktie der Deutschen Post hatte sich zuletzt ebenfalls sehr stark entwickelt. Seit Anfang Juni war die Aktie fast 20 Prozent nach oben geklettert. Knapp unterhalb des Jahreshochs, das im April bei 31,34 Euro markiert wurde, wurde die Aufwärtsbewegung allerdings in dieser Woche gestoppt. Grund dafür war eine Prognosesenkung des US-Wettbewerbers Fedex. Die Furcht vor einer Abschwächung der Weltwirtschaft schwappte damit auch auf die Anleger der Deutschen Post über.

Deutsche Post (WKN: 555200)

Die Deutsche Post spürt im Gegensatz zu ihrem US-Rivalen Fedex bisher aber kaum Auswirkungen der internationalen Handelskonflikte auf ihr Geschäft. "Wir sehen keine Änderung bei der Volumenentwicklung in unseren Geschäftsfeldern im Vergleich zu dem, was wir am 6. August gesagt haben", sagte eine Post-Sprecherin am Mittwoch. Finanzchefin Melanie Kreis hatte kürzlich bei der Vorlage der Quartalszahlen bereits gesagt, dass die breite Aufstellung des Konzerns ihn für einen Wirtschaftsabschwung robuster mache - wenn auch nicht immun.

DER AKTIONÄR bleibt für die Deutsche Post nach wie vor optimistisch und rät zum Kauf der im Branchenvergleich günstig bewerteten Aktie. Der Stopp sollte bei 24,00 Euro belassen werden. Gelingt der Aktie der baldige Sprung über das Jahreshoch, wäre dies ein klares Kaufsignal.

(Mit Material von dpa-AFX)

Der Vorstandsvorsitzende und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die durch die durch die Publikation etwaig resultierende Kursentwicklung profitieren: Deutsche Post.