Zeit für Stock-Picking: Jetzt auf diese Titel setzen!
19.01.2021 Martin Mrowka

DAX und Co stabil: Deutsche Bank, CTS, Verbio, S&T und TeamViewer fallen aus dem Rahmen

-%
DAX

Trotz mehrerer schlechter Einflüsse zeigten sich die meisten deutschen Aktien heute von ihrer freundlichen Seite. Während der DAX zum Schluss leicht ins Minus rutschte, nahm Geburtstagskind MDAX kleine Gewinne aus dem Xetra-Handel mit. Unter den Einzelwerten gab es jedoch auch am Dienstag teils größere Kursveränderungen.

Nach wie vor beunruhigt die Nachrichtenlage über Corona-Neuinfektionen und damit einhergehende schärfere Lockdown-Bestimmungen in Europa und andernorts. Hierzulande haben sich Bund und Länder wohl darauf geeinigt, dass zur Viruseindämmung der bis Ende Januar befristete Lockdown bis zum 14. Februar verlängert werden soll.

Vorsicht herrscht außerdem angesichts der für den morgigen Mittwoch anstehenden Amtsübergabe in den USA. "Es wird befürchtet, dass es während der Einführung von Joe Biden als neuer Präsident erneut zu Unruhen kommen könnte und sich dies negativ auf die Börsen auswirken würde", sagte Andreas Lipkow von Comdirect.

Zudem hat der Internationale Währungsfonds (IWF) seine Wachstumsprognose für Deutschland erneut deutlich gesenkt. Die IWF-Ökonomen trauen der deutschen Wirtschaft im angelaufenen Jahr jetzt nur noch einen Zuwachs um 3,5 Prozent zu. Damit korrigiert sich der IWF zum zweiten Mal in gut sechs Monaten nach unten - im Oktober hatte die Prognose bei 4,2 Prozent gelegen, im Juni noch 1,2 Punkte höher.

Der Deutsche Aktienindex DAX hat sich trotz dieser negativer Nachrichten recht stabil gezeigt. Zum Xetra-Schluss stand unterm Strich nur ein kleines Tagesminus von 0,2 Prozent auf 13.815 Punkte. Der MDAX, der heute sein 25-jähriges Bestehen feierte, stieg hingegen um 0,3 Prozent auf 31.290 Punkte. 

DAX (WKN: 846900)

Die Aktien der Deutschen Bank haben am Dienstag nach den Quartalszahlen der Bank of America und von Goldman Sachs ihre Verluste ausgeweitet. Zuletzt büßten sie 4,0 Prozent auf 9,29 Euro ein. Börsianer verwiesen vor allem auf das überraschend schwache Geschäft mit Anleihen, Währungen und Rohstoffen (FICC) der beiden US-Banken im vierten Quartal.

Zwar hätten die Erträge in dem Segment bei Goldman um sechs Prozent höher gelegen als ein Jahr zuvor. Doch am Markt sei mehr erwartet worden. Bei der Bank of America gingen die Erträge in dem Bereich sogar um rund fünf Prozent zurück, während am Markt ein Zuwachs erwartet worden war.

Hingegen waren einige Software-Aktien unter den Anlegern besonders gefragt. SAP-Papiere legten im DAX Prozent zu. Die Aktien des Bausoftware-Spezialisten Nemetschek stiegen im MDAX um 7,5 Prozent.

Die seit einigen Tagen bereits stark laufenden Aktien von Eckert & Ziegler haben am Dienstag ein Rekordhoch erreicht. Aktuell steht die Verlaufs-Bestmarke bei 56,20 Euro. Zum Xetra-Schluss kosteten die Papiere des Strahlen- und Medizintechnik-Konzerns noch 55,30 Euro und damit neun Prozent mehr als am Vortag. Im SDAX der kleineren Unternehmen zählten sie damit zu den größten Gewinnern.

Noch etwas besser performten heute Verbio und S&T. Der IT-Dienstleister überzeugte mit einem erfreulichen Zwischenbericht und will 2021 weiter wachsen. Verbio markierten ebenfalls ein neues Rekordhoch. Auch beim Medizintechnik-Konzern Carl Zeiss Meditec gab es nach starken vorläufigen Jahreszahlen ein neues Allzeithoch.

Beim auf Fernwartungssoftware spezialisierten Unternehmen TeamViewer konnten sich die Anteilseigner nach einem Zukauf ebenfalls über Kursaufschläge freuen, während der Chipindustrie-Ausrüster ASML und der IT-Dienstleister Cancom von positiven Analystenkommentaren profitierten.

Bei CTS Eventim und Evotec wurden Analysten nach den guten Kursentwicklungen - insbesondere seit November 2020 - vorsichtiger. Die Aktien büßten 7,2 beziehungsweise 2,6 Prozent ein. Für die Berenberg Bank ging die impfstoffbedingte Kurserholung beim Konzertveranstalter und Ticketvermarkter CTS zu schnell. Beim Biotech-Unternehmen Evotec hält die Deutsche Bank die Markterwartungen für überhöht.  (Mit Material von dpa-AFX)

Buchtipp: Narrative Wirtschaft

„Tech-Aktien steigen immer!“ „Immobilien­preise fallen nie!“ Stimmt das wirklich? Ob wahr oder nicht, solche Narrative, oder einfacher gesagt Geschichten, beeinflussen das Verhalten von Menschen und somit auch die Wirtschaft massiv. Wie entstehen Narrative? Wie gehen sie viral, wie gewinnen sie an Einfluss, wann verlieren sie diesen wieder? Welche Auswirkungen haben sie? Und, last, but not least: Wie lassen sich mit ihnen ökonomische Zusammenhänge und Entwicklungen besser verstehen und vorhersagen? Diese Fragen untersucht Wirtschafts-Nobelpreisträger Robert J. Shiller in seinem vielleicht wichtigsten Buch.

Autoren: Shiller, Robert J.
Seitenanzahl: 480
Erscheinungstermin: 16.03.2020
Format: Hardcover
ISBN: 978-3-86470-666-0