Investieren wie Peter Lynch - So geht's
07.01.2021 Carsten Kaletta

DAX & Co: Historische Höchststände – Hoffnung auf globalen Aufschwung – HeidelbergCement sticht heraus

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DAX

Beflügelt von Hoffnungen auf eine weltweite Konjunktur-Erholung und eine Eindämmung der Corona-Pandemie hat der deutsche Aktienmarkt am Donnerstag Rekordhöhen erklommen. Der DAX knackte am Nachmittag erstmals die psychologisch wichtige Schwelle von 14.000 Punkten und stieg bis auf einen Höchststand von 14.007,47 Zählern. Zwar sank der deutsche Leitindex gleich wieder unter die vielbeachtete Marke, endete aber dennoch mit einem soliden Gewinn von 0,55 Prozent bei 13. 968,24 Punkten. Auch die Börsenbarometer aus der zweiten und dritten Reihe, der MDAX und der SDAX, verbuchten neue Rekordstände.


DAX (WKN: 846900)

Auftrieb erhielten die Kurse vor allem von der Hoffnung auf zusätzliche Staatsausgaben durch Joe Biden. Der künftige US-Präsident dürfte nun mit weniger politischem Widerstand zu rechnen haben, denn nach derzeitigem Stand haben die Demokraten nun auch die Kontrolle über den US-Senat gewonnen - und damit über den kompletten Kongress. Zudem halfen starke Auftragseingänge für die deutsche Industrie im November sowie die Zulassung eines zweiten Corona-Impfstoffs in der Europäischen Union. Zusätzlich positive Impulse kamen nachmittags von weiteren Kursgewinnen an der Wall Street. 

Unter den Einzelwerten im Dax stachen HeidelbergCement mit einem Kursplus von 3,9 Prozent besonders positiv heraus. Die Aktie des Baustoffherstellers war bereits tags zuvor um gut 4 Prozent gestiegen. Die französische Großbank Societe Generale empfahl die Aktie mit Blick auf das US-Geschäft des Konzerns zum Kauf. Die Demokraten in den USA dürften Infrastrukturvorhaben vorantreiben, erwartet Analyst Xavier Marchand. Dabei verwies er darauf, dass rund 20 Prozent des Unternehmenswertes der Heidelberger auf diesen Bereich entfällt. 


Bayer stiegen um 1,7 Prozent. Gemeinsam mit dem Tübinger Unternehmen Curevac will der Pharma- und Agrarchemiekonzern die Weiterentwicklung, Produktion und den Vertrieb eines Corona-Impfstoffes vorantreiben. Ein Kooperations- und Servicevertrag wurde abgeschlossen. Curevac profitierten von den gemeinsamen Plänen noch deutlich stärker und legten um rund 15 Prozent zu.

 Delivery Hero verloren hingegen am Dax-Ende 2,9 Prozent. Der Essenslieferant hatte am Vorabend mitgeteilt, sich im Rahmen einer Barkapitalerhöhung brutto rund 1,2 Milliarden Euro an frischem Geld besorgt zu haben. Börsianer begründeten die Kursverluste auch mit Gewinnmitnahmen, nachdem die Aktien in den vergangenen vier Wochen um fast 50 Prozent nach oben geschnellt waren und am Dienstag ein Rekordhoch erreicht hatten.

Aus der zweiten Reihe standen unter anderem die Anteile von Knorr-Bremse mit plus 1,6 Prozent im Blick. Sie kletterten nach einer frisch ausgesprochenen Kaufempfehlung der Bank of America (BofA) auf den höchsten Stand ihrer gut zweijährigen Börsengeschichte. Die Kion-Papiere, wie Knorr-Bremse von der BofA zum Kauf empfohlen, gewannen 4,9 Prozent.

Ein Rekordhoch erreichten zudem die Titel des Chemikalienhändlers Brenntag. Die Aktien des Windkraft-Anlagenherstellers Nordex kletterten mit plus 8 Prozent an die SDAX-Spitze und erreichten den höchsten Stand seit Oktober 2016. Hier trieb nicht nur ein weiterer Großauftrag, sondern auch die Aussicht, dass der designierte US-Präsident Joe Biden in den kommenden Jahren Billionen Dollar in ein grünes Infrastrukturprogramm investieren will.

 

(Mit Material von dpa-AFX)

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