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24.06.2022 von Barron's

Costco, McDonald’s und Co: Diese Aktien trotzen der Konsumflaute

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McDonald’s

Von Teresa Rivas
Barron's
Übersetzung: Stefanie Konrad

Aus der letzten Berichtssaison im Einzelhandel haben wir gelernt: Verbraucher mit höherem Einkommen sind weiterhin in Kauflaune. Von Nordstrom über Lululemon bis hin zu Williams-Sonoma – trotz der höheren Inflation haben sich reiche Amerikaner nicht zurückgehalten.

In gewisser Weise ist das durchaus plausibel: Sie müssen nicht jeden Cent umdrehen und haben in der Regel höhere Rücklagen, auf die sie für weitere Anschaffungen zurückgreifen können. Dennoch warnt Morgan Stanley, dass selbst diese privilegierte Gruppe langsam unter Druck geraten könnte.

Die Verbraucheranalysten der Investmentbank haben frühere Konjunkturabschwünge unter die Lupe genommen. Dabei haben sie festgestellt, dass die Jahresdurchschnittsausgaben der 20 Prozent der US-Spitzenverdiener seit den 1990er-Jahren lediglich während der Weltfinanzkrise für einen längeren Zeitraum im Jahresvergleich zurückgegangen sind. Das lag wahrscheinlich daran, dass die Finanzmärkte nicht nur ihre Finanzen belastet haben. Auch nichtfinanzielle Vermögenswerte wie Immobilien haben an Wert verloren. Daher hielten sie sich mit ihren Ausgaben eher zurück.

Die gute Nachricht ist, dass die Immobilienpreise dieses Mal anscheinend nicht in die roten Zahlen rutschen werden. Das federt die jüngsten Kursverluste an den Aktienmärkten ab. Außerdem horten die reichsten 20 Prozent der US-Haushalte überschüssige Ersparnisse in Höhe von über 1,5 Billionen Dollar, auf die sie zurückgreifen können. Daher geht Morgan Stanley davon aus, dass „die reichsten 20 Prozent der US-Haushalte wahrscheinlich weiterhin Geld ausgeben werden, obwohl die Konsumausgaben 2022 und 2023 zurückgehen könnten (was sich negativ auf einige Bereiche der Konsumausgaben auswirken wird)“.

McDonald’s (WKN: 856958)

Auch wenn sich das Jahr 2008 nicht wiederholen sollte, gehen die Analysten davon aus, dass „das Risiko für die Verbraucherausgaben im oberen Preissegment rapide zunehmen könnte“. Das wird vom Markt jedoch nicht eingepreist.

Das Problem ist, dass sich die Inflation auf einem 40-Jahres-Hoch befindet und damit viel höher ist als bei früheren Rezessionen. Das Verbrauchervertrauen ist hingegen auf einem 30-Jahres-Tief, wie die University of Michigan herausfand. Daher wird es immer wahrscheinlicher, dass sogar die Verbraucher des gehobeneren Preissegments deutlich weniger ausgeben könnten. Selbst wenn der moderatere Basisfall von Morgan Stanley eintritt, könnte der Markt noch stärker belastet sein.

Letztlich werden aber nicht alle Einzelhändler gleichermaßen unter den Folgen zu leiden haben. Morgan Stanley erwartet, dass bei seinem Basisfall die Billiganbieter und Fachgeschäfte – TJX, Burlington Stores, Ross Stores, Gap, Skechers und Kohl’s – die besten Chancen haben werden. Unter den Groß- und Lebensmitteleinzelhändlern soll Costco Wholesale die Nase vorn haben. Unter den Restaurants sind McDonald’s, Yum! Brands und Domino’s Pizza die Favoriten.

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