15.08.2019 Benedikt Kaufmann

Cisco schwächelt in China – „Wir dürfen nicht mehr an Ausschreibungen teilnehmen“

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Cisco Systems
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Im vergangenen Quartal konnte Cisco noch überzeugen – doch die Prognose für das laufende Quartal enttäuscht die Anleger. Das stärkste Umsatzwachstum seit 2013 konnte die Sorgen im kriselnden China-Geschäft jedoch nicht lindern. Die Cisco-Aktie verliert nachbörslich rund acht Prozent.

Q4-Zahlen übertreffen Erwartungen

Im vierten Quartal 2019 war der Umsatz um sechs Prozent auf 13,43 Milliarden US-Dollar gestiegen. Damit erzielte Cisco nicht nur das stärkste Umsatzwachstum seit 2013, sondern lag auch über den Erwartungen der Analysten von 13,38 Milliarden Dollar.

Cisco erzielte einen Gewinn je Aktie von 0,83 Dollar. Hier hatten die Erwartungen der Experten um einen Cent höher gelegen.

China-Geschäft enttäuscht

Die Prognose für das erste Quartal des angelaufenen Geschäftsjahres 2020 fällt jedoch sehr verhalten aus. Cisco erwartet nur ein Umsatzwachstum von null bis zwei Prozent. Analysten waren von 2,56 Prozent ausgegangen. Der bereinigte Gewinn je Aktie soll zwischen 80 und 82 US-Cent liegen.

Bei Anlegern kam der zurückhaltende Blick nach vorn nicht gut an. Der Aktienkurs von Cisco rauschte in einer ersten Reaktion im nachbörslichen US-Handel um acht Prozent in die Tiefe.

Als einer der Gründe für die konservative Prognose nennt die Geschäftsführung ein schwaches China-Geschäft. Jahrelang habe man chinesische Staatsfirmen und Telekomkonzerne beliefert, sagte CEO Chuck Robbins. Jetzt dürfe Cisco nicht mehr an Ausschreibungen teilnehmen. „Das ist in der aktuellen Situation jedoch kaum verwunderlich“, kommentierte Robbins den de-facto-Marktausschluss.

Cisco stellt vor allem sogenannte Router und Switches für den Internet- und Datenverkehr her. Die Technik steckt weltweit in vielen Firmen-Netzwerken. Zuletzt hatte der Konzern aber auch verstärkt das Service- und Sicherheitsgeschäft im Blick und setzt insbesondere auf Zukäufe um sein Geschäft zu stärken.

Die breite Aufstellung von Cisco dürfte helfen, auch Konjunkturschwächen unbeschadet zu überstehen. Gleichzeitig lässt Cisco seine komplette Hardware von Auftragsfertigern herstellen und kann durch Preissteigerungen und Verschiebungen der Lieferketten einen Teil der US-Zölle abfedern.

DER AKTIONÄR bleibt daher long für Cisco – auch nach den schmerzhaften Kursverlusten im August. Es gilt jedoch, den Stopp bei 38,00 Euro zu beachten.

Cisco Systems (WKN: 878841)