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26.10.2020 Carsten Kaletta

Carnival: (Corona-) Schrecken ohne Ende – Aktie mit starkem Tiefgang

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Carnival

Carnival konnte in den vergangenen fünf Handelstagen rund neun Prozent zulegen. Dieser Kursgewinn hat sich bereits im frühen US-Handel in Luft aufgelöst. Grund sind die weltweit rasant gestiegenen Corona-Neuinfektionen.

So ist in den USA die Zahl der Neuerkrankungen auf mehr als 83.000 hochgeschnellt – ein neuer Rekord. Mehr als 900 Amerikaner starben,  die Gesamtzahl der Todesopfer überschritt die Marke von 224.000. Und auch in Europa treiben die rasant steigenden Corona-Zahlen viele EU-Staaten zu immer härteren Maßnahmen gegen die Pandemie. So rief Spanien erneut den nationalen Notstand aus.

Dennoch hat die Carnival- Tochter Aida eine positive Bilanz ihrer ersten Tour nach Corona-bedingt siebenmonatiger Unterbrechung gezogen und plant weitere Fahrten. Die Kreuzfahrt mit der "Aidablu" entlang der italienischen Westküste mit rund 1.000 Gästen an Bord sei nach sieben Tagen in Civitavecchia, dem Hafen von Rom, zu Ende gegangen, sagte eine Unternehmenssprecherin am Sonntag. Das Schiff war aufgrund der Corona-Schutzvorkehrungen weniger als zur Hälfte belegt. Die Reise stehe bis Mitte Dezember mehrmals auf dem Programm, die Nachfrage sei groß, hatte ein Sprecher zum Start der Tour gesagt.

Weitere Italien-Kreuzfahrten seien geplant und sollen jeweils samstags in Civitavecchia starten, hieß es nun. Voraussetzung für Passagiere sei ein Covid-19-PCR-Test mit negativem Testergebnis, der nicht älter als drei Tage sein dürfe. Vor dem Check-in erfolge mittels Thermoscanner eine kontaktlose Temperaturmessung. Zusätzlich werde bei allen Gästen, die sich vor Reisebeginn in einem Risikogebiet aufgehalten haben oder ein solches durchreist haben, im Hafenterminal ein weiterer Covid-19-Test durchgeführt. Anfang November solle eine Tour mit der "Aidamar" rund um die Kanarischen Inseln starten.

Carnival selbst hofft, dass die No-Sail-Anordnung der US-Gesundheitsbehörde (CDC), die am 31. Oktober ausläuft, nicht ein weiteres Mal verlängert wird. Die Kreuzfahrtreedereien haben derzeit bis Anfang Dezember keine Abfahrten in den USA geplant, so dass sie den ganzen November als Puffer für den Fall haben, dass der Auftrag tatsächlich ausläuft. Angesichts der immer weiter steigenden Corona-Zahlen, wäre es allerdings keine große Überraschung, wenn die Frist erneut verlängert wird. 

Carnival (WKN: 120071)

Die aktuellen Corona-Zahlen sind für den Kreuzfahrt-Spezialisten wie eine riesige Bugwelle. Auch wenn die Carnival-Tochter Aida mit einigen Schiffen (im eingeschränkten Rahmen) unterwegs ist, so dürfte Carnival selbst mit seiner Flotte so schnell nicht in See stechen. Eine Verlängerung der No-Sail-Order über den 31. Oktober hinaus ist angesichts der aktuellen Corona-Lage sehr wahrscheinlich. Anleger gehen besser auf absehbare Zeit nicht an Bord – allenfalls erfahrene Trader können ihr Glück versuchen und auf kurzfristige, positive (Impfstoff-)Entwicklungen spekulieren.

(Mit Material von dpa-AFX)