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13.01.2022 Wall Street Journal

BYD, NIO, XPeng und Co: E-Autos als Wachstumsmotor Chinas

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BYD

Von Yoko Kubota
The Wall Street Journal
Übersetzung: Stefanie Konrad

PEKING – Letztes Jahr konnte der chinesische Automarkt einen Dreijahresrückgang überwinden. Grund dafür war der starke Absatz von Elektroautos. Und das, obwohl die Produktion in China teilweise durch den globalen Chipmangel und die Corona-Pandemie unterbrochen war.

Der Pkw-Absatz ist 2021 gegenüber dem Vorjahr um 4,4 Prozent auf 20,1 Millionen Fahrzeuge gestiegen. Das teilte der Automobilverband China Passenger Car Association am Dienstag mit.

Die soliden Verkaufszahlen von Elektro- und Plug-in-Hybridautos haben zum Wachstum in China beigetragen. Sie machten letztes Jahr 15 Prozent des gesamten Pkw-Absatzes aus. Die Verkaufszahlen der sogenannten New Energy Vehicles haben sich nach Angaben des Verbandes mit 2,99 Millionen Fahrzeugen mehr als verdoppelt. Chinesische Marken wie XPeng und NIO haben neben Tesla im vergangenen Jahr Rekordumsätze verzeichnet.

Der Verband erwartet für 2022 ein Wachstum des chinesischen Pkw-Marktes von fünf Prozent, wobei New Energy Vehicles ein Viertel des Gesamtumsatzes ausmachen werden. Analysten gehen ebenfalls von einem Wachstum des Marktes aus, auch wenn dies voraussichtlich langsamer ausfallen werde.

Wachstumsmotor wird wahrscheinlich der Verkauf von Elektroautos sein. Analysten und führende Branchenvertreter erwarten, dass der Verkauf von Autos mit Verbrennungsmotor in diesem Jahr stagnieren oder leicht zurückgehen wird.

Risiken für den Markt sind nach Ansicht der Analysten etwa die Konjunkturabschwächung und die Pandemie. Die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt ist in den letzten Monaten aufgrund der schleppenden Konsumbelebung und der anhaltenden Immobilienkrise rückläufig.

„Ein anhaltender Nachfragerückgang durch die allgemeine Konjunkturabschwächung und die Pandemiekontrollen würde in Verbindung mit einer Produktionssteigerung nach einer Besserung des Chipmangels dazu führen, dass der chinesische Automarkt von einer übermäßigen Nachfrage im letzten Jahr zu einem Überangebot übergeht“, so Paul Gong, Leiter des chinesischen Auto-Research-Bereichs bei UBS.

Die steigenden Kosten für Rohstoffe, insbesondere für Lithium und Kobalt, die in Batterien für Elektrofahrzeuge verwendet werden, werden die Branche wahrscheinlich belasten, so Gong weiter.

Der Automobilmarkt war in den letzten Monaten rückläufig. Aus den Daten des Verbandes geht hervor, dass die Verkaufszahlen von Oktober bis Dezember gegenüber dem Vorjahreszeitraum um elf Prozent gesunken sind.

2021 haben einige ausländische Autohersteller stärkere Einbußen hinnehmen müssen als andere, insbesondere aufgrund des globalen Halbleitermangels und anderer Problemen bei der Zulieferung von Autoteilen.

Volkswagen ist die größte ausländische Marke in China. Der Konzern gab an, dass sein Absatz in China im vergangenen Jahr um 14 Prozent auf 3,3 Millionen Fahrzeuge zurückgegangen ist, was auf den weltweiten Chipmangel zurückzuführen ist. Die Zahlen von Nissan sind um 5,2 Prozent und die von Honda um vier Prozent eingebrochen.

„Es ist ein komplexes System von Beschränkungen, das sich wirklich wöchentlich ändert“, sagte Stephan Wöllenstein, CEO der Volkswagen Group China, über die Produktionspläne des Autoherstellers.

Volkswagen wurde in letzter Zeit auch von relativ kleinen Corona-Ausbrüchen in China beeinträchtigt. Dadurch mussten die Werke in Tianjin und Ningbo geschlossen werden, erklärte Wöllenstein am Dienstag in einem Medienbriefing.

Das Unternehmen will seinen Umsatz in China 2022 um etwa 15 Prozent steigern, wenn sich die Bedingungen für die Zulieferung von Autoteilen verbessern, fügte Wöllenstein hinzu.

Toyota kommt mit den Einschränkungen in der Lieferkette besser zurecht als einige seiner Konkurrenten in China und den USA. Das Unternehmen gab an, dass sein Absatz in China 2021 um 8,2 Prozent gestiegen ist.

Die großen chinesischen E-Autohersteller haben letztes Jahr eine Rekordzahl an Fahrzeugen verkauft. BYD gab an, dass es 2021 fast 600.000 New Energy Vehicles verkauft hat. XPeng, NIO und Li haben im vergangenen Jahr jeweils mehr als 90.000 Fahrzeuge ausgeliefert.

Der E-Autohersteller Tesla hat 2021 mehr als 470.000 Fahrzeuge verkauft, die in seinem Werk in Shanghai produziert wurden. Etwa ein Drittel davon wurde exportiert, wie die Daten des Verbandes zeigen. Tesla gab letzte Woche an, dass es letztes Jahr mehr als 936.000 Fahrzeuge weltweit ausgeliefert hat.

Chinas Subventionsprogramm für Käufer von Elektroautos läuft vor Anfang des Jahres 2023 aus. Peking hatte seine Subventionen in den letzten Jahren bereits gekürzt. Nun hat die Regierung die Subventionen im Vergleich zum letzten Jahr um 30 Prozent auf ungefähr 2.000 Dollar oder weniger gesenkt.

Analysten gehen davon aus, dass sich das Ende dieser Maßnahme nur begrenzt auf den Absatz von E-Autos auswirken wird. „Der Markt für New Energy Vehicles in China hat sich von einem durch Politik und Subventionen gesteuerten Markt zu einem nachfrageorientierten Markt entwickelt“, so Jing Yang, Research Director bei der Ratingagentur Fitch.

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