Anleger-Lieblinge im Check - was taugen sie?
20.10.2020 Thorsten Küfner

BP und Shell: Beginnt jetzt die Übernahmewelle?

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BP

Große Ölkonzerne wie Royal Dutch Shell, BP & Co leiden derzeit allesamt unter einer schwachen Nachfrage nach Öl und Gas sowie den damit verbundenen niedrigen Preisen. Experten sehen in diesem Umfeld einen hohen Druck in der Branche, die Konsolidierung voranzutreiben. Und allmählich gerät der Sektor in Bewegung. 

So will nun der US-Ölkonzern ConocoPhillips die Ölschiefer-Firma Concho Resources übernehmen. Dies wäre die größte Übernahme in der Ölschiefer-Branche in diesem Jahr. Den Aktionären von Concho werden für eine Aktie 1,46 ConocoPhillips Aktien angeboten, wie ConocoPhillips am Montag mitteilte. Concho kommt so auf eine Unternehmensbewertung von 9,7 Milliarden US-Dollar. Das Concho-Management unterstützt den Deal. Der Aufschlag für die Concho-Anteilseigner liegt bei 15 Prozent, ausgehend vom Kurs des 13. Oktobers, bevor Bloomberg über Gespräche zwischen den beiden Konzernen berichtet hatte. 

Beide Firmen erwarten ab 2022 jährliche Einsparungen von 500 Millionen Dollar. Die geplante Übernahme muss noch von den Aktionären der Firmen und den Behörden genehmigt werden. Es wird mit einem Abschluss im ersten Quartal 2021 gerechnet. 


Royal Dutch Shell (WKN: A0D94M)

Es dürfte in den kommenden Jahren im Energiesektor noch viele spannende Übernahmen geben. Inwieweit dabei Shell und BP in eine aktive Rolle schlüpfen werden, ist noch unklar. Wahrscheinlich dürften die beiden europäischen Energieriesen aber eher bei Erneuerbaren Energien zugreifen oder im Bereich der E-Mobilität und im Wasserstoffsektor Fuß fassen.

Die kommenden Jahre versprechen jedenfalls weiterhin Spannung. Dementsprechend bleiben beide Aktien aber auch nur für mutige Anleger geeignet. Wegen der aktuell schwachen Charts drängt sich bei BP und Shell vorerst noch kein Kauf auf. Bereits investierte Anleger beachten die Stoppkurse bei 2,10 Euro (BP) und 9,10 Euro (Shell). 

BP (WKN: 850517)

Mit Material von dpa-AFX