So investieren Sie wie Peter Lynch
17.01.2021 Leon Müller

BioNTech: Erst Riesenärger, dann gleich doppelt sensationelle News

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BioNTech

BioNTech hält sich in den Schlagzeilen. Nach Bekanntgabe von Verzögerungen bei der Auslieferung des Corona-Impfstoffes und entsprechender Verärgerung in Politik und bei Aktionären über die Veröffentlichung von BioNTech und Partner Pfizer, folgt jetzt eine Meldung, die vieles einfacher macht und für Entspannung sorgen dürfte.

Noch vor dem Wochenende sorgte der Mainzer Impfstoff-Hersteller BioNTech für riesige Verärgerung. Partner Pfizer musste bekanntgeben, dass es kurzfristig zu Verzögerungen bei der Auslieferung des begehrten Impfstoffes gegen das Coronavirus kommen werde. Anschließend dann Klarstellung, dass im Anschluss an die Produktionsanpassung schneller größere Mengen geliefert werden könnten. Jetzt folgt eine sensationelle Mitteilung, wie DER AKTIONÄR bereits am Samstag berichtete. Bei den Corona-Impfungen in Deutschland kann das Präparat der Hersteller BioNTech und Pfizer künftig einfacher eingesetzt werden. Wie aus aktualisierten Handlungsempfehlungen von BioNTech hervorgeht, kann der Impfstoff auch schon als fertige Dosis in der Spritze bis zu sechs Stunden bei 2 bis 8 Grad transportiert werden. Das hätten neue Daten zur Stabilität des Impfstoffes ergeben.

BioNTech (WKN: A2PSR2)

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) sagte am Samstag der Deutschen Presse-Agentur, dies sei eine gute Nachricht besonders für Pflegebedürftige, die zu Hause auf eine Impfung warten. Die Länder könnten die Impfkampagne nun flexibler organisieren. "Dass fertige Impfdosen in Spritzen künftig bereits in den Impfzentren für den Transport vorbereitet werden können, hilft ganz praktisch beim Kampf gegen die Pandemie."

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Bisher wurde empfohlen, bereits verdünnten Impfstoff nicht zwischen Einrichtungen zu transportieren – also zwischen den Impfzentren der Länder, wo das Präparat bei minus 70 Grad lagert, und Impf-Einsätzen in Pflegeheimen oder Einrichtungen des betreuten Wohnens. Nach Angaben von BioNTech ist verdünnter Impfstoff maximal sechs Stunden bei 2 bis 30 Grad haltbar. Er könne also bei Bedarf schon im Impfzentrum verdünnt und dann als vorbereitete Dosis in der Spritze vorsichtig transportiert werden. Dafür sollten spezielle Kühlboxen verwendet werden. Spritzen oder Fläschchen sollten sicher verpackt sein, damit sie aufrecht stehen und nicht lose sind oder rollen.

Aus einer Ampulle können nun auch sechs statt fünf Impfdosen gezogen werden. Der Impfstoff von BioNTech/Pfizer wurde Ende 2020 als erster in der EU zugelassen, inzwischen wird auch das Präparat des US-Herstellers Moderna in Deutschland eingesetzt.

Weitere gute Meldung von Bayer/CureVac

Die Meldung von BioNTech war nicht die einzige gute Impfstoff-Meldung an diesem Wochenende. Auch von Bayer und CureVac gab es gute Nachrichten, wie Sie hier nachlesen können.

Die neuen Erkenntnisse zur Lagerung und zum Transport der Impfdosen von BioNTech/Pfizer helfen bei der Bekämpfung der Pandemie, weil sie einen effektiveren Impfprozess ermöglichen. Ebenso die Tatsache, dass pro Ampulle nun sechs statt nur fünf Impfdosen zur Verfügung stehen, dürfte für ein wenig Entspannung sorgen. DER AKTIONÄR bleibt bei BioNTech – insbesondere auch aufgrund der vielversprechenden weiteren Pipeline – langfristig weiter zuversichtlich. Im Dezember hatte DER AKTIONÄR zu Teilgewinnmitnahmen geraten, die Restposition sollte man laufen lassen.

Hinweis auf Interessenkonflikte: Der Vorstandsvorsitzende und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren: BioNTech.

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