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06.05.2020 Andreas Deutsch

Beyond Meat: Fleisch in der Krise – geht der Wahnsinn wieder los?

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BEYOND MEAT

Der Fleischersatz-Hersteller Beyond Meat setzt sein rasantes Wachstum auch in der Corona-Krise fort. Im ersten Quartal stiegen die Erlöse im Jahresvergleich um 141 Prozent auf 97,1 Millionen Dollar, wie das Unternehmen am Dienstag bekanntgab. Die Aktie legte nachbörslich deutlich zu. Doch die Rallye könnte bald enden.

Fleischersatz auf pflanzlicher Basis wird in der Coronakrise noch stärker nachgefragt. Der Grund: Fleischfabriken großer Hersteller wie Smithfield oder Tyson Foods gelten als Covid-19-Infektionsherde und mussten pandemiebedingt schließen. Das lässt das Geschäft von Beyond Meat kräftig anziehen – vorerst zumindest.

Im ersten Quartal verbuchte Beyond Meat einen Gewinn von 1,8 Millionen Dollar, im Vorjahreszeitraum war noch ein Verlust von 6,6 Millionen Dollar angefallen. An der Wall Street waren rote Zahlen und weniger Umsatz erwartet worden.

Den Mangel an echtem Fleisch in den USA bekommt sogar schon die Fast-Food-Branche zu spüren. Die Hamburger-Kette Wendy's bestätigte am Dienstag, dass es in einigen ihrer Schnellrestaurants aufgrund der angespannten Versorgungslage zu Engpässen kommen könne.

Die große Einzelhandelskette Costco gab am Montag bekannt, Einkäufe von Rind-, Schweine- und Hühnerfleisch vorübergehend auf maximal drei Artikel pro Kunden zu begrenzen.

Beyond Meat (WKN: A2N7XQ)

Beyond Meat ist derzeit ein Coronaprofiteur. Die große Frage ist aber: wie lange? 30 Millionen Amerikaner haben ihren Job verloren und wissen nicht, wie es weitergeht. Auch in den meisten anderen Ländern droht eine Arbeitslosenschwemme. Ob diese Menschen sich die teuren Patties von Beyond Meat leisten wollen? Wohl kaum, zumal es vor viel günstigeren (und ebenso schmackhaften) Alternativen mittlerweile nur so wimmelt. Das aktuelle KUV von 14 impliziert sehr viel Wachstum, da werden Erinnerungen an die Zeit nach dem IPO 2019 wach, als die Aktie nicht mehr zu stoppen war – und dann brutal crashte. Dieses Mal könnte die Enttäuschung schon bei den Q2-Zahlen kommen. Anleger sollten dem Kurs nicht hinterherrennen.  

(Mit Material von dpa-AFX) 

Der Vorstandsvorsitzende und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die durch die durch die Publikation etwaig resultierende Kursentwicklung profitieren: Beyond Meat.