23.09.2019 Michel Doepke

Bayer: Die Zulassung ist da – so geht es jetzt weiter!

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Bayer
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Bayer kann die Zulassung von Vitrakvi (Larotrectinib) in der EU verbuchen. Laut den Leverkusenern handelt es sich dabei um das erste Arzneimittel in der EU mit tumor-unabhängiger Indikation. Das präzisionsonkologische Arzneimittel zählt zu den größten Hoffnungsträgern im Pharma-Portfolio von Bayer, muss sich jedoch mit einem namhaften Konkurrenten messen.

Vitrakvi ist bereits in den USA, Kanada und Brasilien zur Behandlung von erwachsenen und pädiatrischen Patienten mit soliden Tumoren, die eine NTRK-Genfusion aufweisen, zugelassen. Das innovative Medikament stammt ursprünglich von Loxo Oncology. Durch die Übernahme des Onkologie-Spezialisten durch den Pharma-Konzern Eli Lilly hat Bayer die exklusiven Lizenzrechte für die globale Entwicklung und Vermarktung, auch in den USA, von Larotrectinib und einem in der klinischen Entwicklung befindlichen Prüfmedikament erhalten.

"Die EU-Zulassung von Vitrakvi, einer ganz neuen Behandlung, die eigens für Erwachsene und Kinder mit TRK-Fusionstumor entwickelt wurde, ist ein wesentlicher Fortschritt im Kampf gegen Krebs. Denn das Medikament setzt am onkogenen Treiber an, der für die Ausbreitung und das Wachstum des Tumors verantwortlich ist, und nicht am Ort des Tumors im Körper."

Robert LaCaze, Mitglied des Executive Committee der Pharmaceuticals Division von Bayer und Leiter der Strategischen Geschäftseinheit Onkologie

Roche mit Konkurrenzprodukt

Allerdings ist Bayer nicht allein mit einem solch innovativen Produkt am Markt vertreten. Roche hat sich durch die Übernahme von Ignyta den Zugriff auf Entrectinib (Rozlytrek) gesichert. Seit dem 18. Juni ist das Konkurrenzmedikament in Japan zugelassen, seit Mitte August in den USA. In Europa steht die Zulassung noch aus, Bayer hat hier einen zeitlichen Vorteil.

Bayer (WKN: BAY001)

Im schwachen Gesamtmarkt kann Bayer nicht von der EU-Zulassung für Vitrakvi profitieren und fällt unter die wichtige Unterstützungszone bei 66,00 Euro zurück. Bröckelt die Aktie weiter ab, droht ein Test der 200-Tage-Linie bei 62,28 Euro. Knapp darunter verläuft eine weitere breite Support-Zone bei 62,00 Euro. Aufgrund der ungelösten Glyphosat-Rechtsstreitigkeiten in den USA rät DER AKTIONÄR weiter von einem langfristig angelegten Einstieg ab.