20.11.2019 Markus Bußler

Barrick Gold: Damit hätte niemand gerechnet

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Barrick Gold
Trendthema

Barrick Gold ist mit dem Verkauf seines 50-Prozent-Anteils an der Super-Pit-Mine in Australien an Saracen Mineral einen entscheidenden Schritt vorangekommen. Das Geld, immerhin rund 750 Millionen Dollar, soll zur Verbesserung der Bilanz genutzt werden. Doch offensichtlich schielt Barrick auch in Richtung weiterer Zukäufe. Das jedenfalls kann man den Worten von CEO Mark Bristow entnehmen.

Die Überraschung: Offensichtlich erwägt Barrick nicht nur Zukäufe im Goldsektor, sondern will sich auch im Bereich Kupfer verstärken. Das ist gleich doppelt überraschend. Neben der Super-Pit-Mine in Australien wird auch die Lumwana-Kupfer-Mine in Sambia als eines der Assets gehandelt, die Barrick verkaufen möchte. Dass nun Barrick ausgerechnet wieder in Kupfer investieren möchte, scheint auf den ersten Blick ein Widerspruch. Doch Lumwana kämpft in Sambia mit Stromausfällen, einer Regierung, die immer wieder höhere Steuern erwägt und noch dazu mit Schmelzbetrieben, die zuletzt wegen Wartungen geschlossen haben. Barrick Gold dürfte Lumwana vor allem wegen dieser Gründe und nicht wegen des Rohstoffs Kupfer zum Verkauf stellen. Bristow scheint gegenüber Kupfer durchweg positiv eingestellt zu sein. „Wenn Sie wirklich an eine moderne und eine humanitäre Gesellschaft glauben, dann müssen Sie an Kupfer glauben“, sagt Bristow. Das spricht dafür, dass sich der Konzern weiter im Kupferbereich engagiert und seine Assets eventuell noch ausbaut.

Auch wenn Kupfer aktuell so etwas wie einen Dornröschenschlaf hält, hat Bristow mittel- bis langfristig sicherlich Recht. Ohne Kupfer geht in einer modernen Gesellschaft nichts. Auch in Elektroautos wird beispielsweise deutlich mehr Kupfer benötigt als in herkömmlichen Verbrennungsmotoren. Handys, Leitungen, Fernsehgeräte, Laptops, Tablets – ohne Kupfer ist all das nicht denkbar. Es sind nur wenige neue Projekte in Sicht, Experten gehen daher davon aus, dass der Kupfermarkt in ein Defizit fallen dürfte und die Preise langfristig steigend. Aus strategischen Gesichtspunkten macht ein solcher Schritt für Barrick durchaus Sinn. Zumal in vielen Depots sowohl Gold als auch Kupfer gleichzeitig vorkommen.