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11.07.2021 Marion Schlegel

Apontis Pharma nach dem IPO – CEO im Interview: „Bis Ende 2023 mindestens drei weitere Präparate“

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APONTIS PHARM. IN...

Seit einigen Wochen befindet sich ein weiteres deutsches Unternehmen aus dem Pharmasektor an der Börse. Die Apontis Pharma AG ist ein führendes Unternehmen für Single Pills in Deutschland. Sie hatte am 11. Mai 2021 ihren ersten Handelstag. Der Erstausgabepreis der Aktien lag bei 19 Euro. In den Tagen nach dem erfolgreichen IPO konnte das Papier bis auf 19,45 Euro ansteigen, zuletzt musste die Aktie jedoch Federn lassen. Derzeit notiert Apontis bei 17,80 Euro. DER AKTIONÄR hat mit dem CEO, Karlheinz Gast, über den Börsengang sowie die weiteren Pläne gesprochen. Hier ein Auszug:

APONTIS PHARM. IN... (WKN: A3CMGM)

Herr Gast, Sie haben vor Kurzem den Gang an die Börse gewagt. Was waren die Gründe für diesen Schritt? Was haben Sie mit den Einnahmen vor?

Zur Umsetzung unserer Wachstumsstrategie war der Börsengang ein wichtiges Element. Einen Großteil der Erlöse aus dem Börsengang wollen wir für den Ausbau unseres Single Pill Portfolios im kardiovaskulären Bereich einsetzen. Insgesamt halten wir zusätzliche Umsätze mit Single Pills in der Größenordnung von 100 Millionen Euro pro Jahr in der Zukunft für möglich. Wir wollen zudem unseren Führungsanspruch festigen. Hierzu gehört die Intensivierung unserer Marketing- und Vertriebsaktivitäten ebenso wie eine schnellere Entwicklung und Lizenzierung der vorhandenen Produktpipeline. Ausgewählte wertsteigernde Akquisitionen sind für uns ebenso ein Thema. Auf diese Weise können wir unser Portfolio ergänzen und das Indikationsspektrum gleichzeitig erweitern.

Karlheinz Gast, CEO Apontis Pharma

Was ist das Besondere am Geschäftsmodell von Apontis Pharma?

Wir haben uns klar auf die Entwicklung, Vermarktung und den Vertrieb von Single Pill Präparaten bei sogenannten Zivilisationskrankheiten wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Fettstoffwechsel-Störungen und Diabetes fokussiert. Unser Geschäftsmodell ist in Deutschland – wenn nicht sogar weltweit – einzigartig. Einerseits wegen des klaren Produktfokus´ auf Single Pill Produkte, andererseits wegen der Unternehmensaufstellung. Wir haben Produktion, Lager und Logistik ausgegliedert. Somit beschränkt sich der Kern von Apontis Pharma ausschließlich auf die für das Unternehmen mit großem Wert verbundenen Prozesse. Das macht uns zu einem schlanken und wendigen Unternehmen, das im Rahmen des Wachstumsplans nicht in neue Produktionsstandorte und Lager investieren muss, sondern seine gesamte Kraft vollständig auf Innovationen und Vermarktung bündeln kann.

Was ist von der Pipeline kurzfristig zu erwarten? Mit welchen Produkten ist langfristig zu rechnen?

Seit 2013 haben wir acht Single Pill Präparate mit großem Erfolg in den Markt eingeführt. Mittlerweile werden unsere Medikamente zur Behandlung von Hunderttausenden von Patienten eingesetzt. Allein im vergangenen Jahr konnten wir weitere 70.000 neue Patienten mit unseren Single Pills erreichen. Das ist ein großer Erfolg, auf dem wir uns natürlich nicht ausruhen, sondern an den wir anknüpfen wollen. Bis spätestens Ende 2023 wollen wir mindestens drei weitere Präparate neu einführen; ein bis zwei davon noch im laufenden Geschäftsjahr. Die Bestandteile der vier neuen Single Pills werden derzeit bereits als separate Arzneimittel von schätzungsweise weit mehr als 1,4 Millionen Patienten im deutschen Markt eingenommen. Ebenfalls im Fokus steht der weitere Ausbau unseres Single Pill Portfolios für chronische Erkrankungen vorwiegend im kardiovaskulären Bereich.

Apontis Pharma ist in einem interessanten Markt tätig. Das derzeitige Kursniveau ist aus langfristiger Sicht absolut attraktiv. DER AKTIONÄR rechnet damit, dass das Papier bald wieder den Weg gen Norden einschlagen kann. Risikobereite Anleger legen sich ein paar Stücke ins Depot.