18.03.2011 Norbert Sesselmann

Air Berlin: Nettoverlust explodiert

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Trendthema

Das schlechte Wetter, die Aschewolke über Europa und ein Streik haben Air Berlin ordentlich die Bilanz verhakelt. Zwar stieg der Umsatz im letzten Jahr um 15 Prozent, der Nettoverlust aber explodierte. Die Aktie kann trotzdem leicht zulegen.

Die zweitgrößte Fluggesellschaft Air Berlin hat im vergangenen Jahr erneut einen Verlust verbucht. Der Nettoverlust explodiert von 9,5 auf 97,2 Millionen Euro obwohl der Umsatz um fast 15 Prozent auf 3,7 Milliarden zulegen konnte. Auch das EBIT war mit minus 9,3 Millionen Euro negativ (Vorjahr: plus 28,5).  

Verluste bei Derivaten

Neben den Belastungen im operativen Geschäft musste Air Berlin auch Bewertungsverluste bei Finanzderivaten und einen Aufwand in Höhe von 42,2 Millionen Euro aus dem Rückkauf von Wandelanleihen verkraften. Das Finanzergebnis sackte deshalb auf minus 133,3 Millionen Euro ab.

Negative Charttechnik

Die schlechten Zahlen kamen nicht überraschend. Air Berlin hat bereits im Januar dieses Ergebnis angekündigt. Kurzfristig hat sich die Charttechnik bei der Aktie eingetrübt. Ein Neueinstieg drängt sich daher nicht auf. Die mittelfristigen Aussichten sind aber gar nicht mal so schlecht.  Die Airline wird ihr Streckennetz schrittweise ausbauen. Vor dem Hintergrund der 2012 anstehenden Voll-Mitgliedschaft zu der Flugallianz Oneworld dürfte sich zudem deutliche Kostenvorteile ergeben. Mittelfristig stehen also die Chancen auf deutliche Kursgewinne nach wie vor gut.