Unendliche Weiten. Die Luft brodelt, die Hitze flimmert über dem ausgetrockneten Wüstenboden. Am Himmel ziehen Geier ihre Runden, immer auf der Suche nach Aas. Ganz in der Nähe ist das warnende Rasseln einer Klapperschlange zu hören. Davon unbeeindruckt steigt ein einsamer Cowboy von seinem wilden schwarzen Hengst und steckt sich eine Marlboro an. „Welcome to Marlboro Country" - willkommen im Marlboro-Land. Keine andere Zigarettenmarke hat es besser verstanden, Rauchen mit Freiheit und Abenteuer zu verbinden.
Die in den 1960er-Jahren entwickelte Strategie des harten Cowboy-Images ist aufgegangen: Heute ist Marlboro die weltweit bekannteste und am meisten konsumierte Zigarettenmarke - und eine der wertvollsten Marken überhaupt. Laut den Marktforschern von Millward Brown ist Marlboro mit einem Wert von 73,6 Milliarden Dollar die siebtwertvollste Marke der Welt. Unter dem Dach des weltgrößten börsennotierten Zigarettenkonzerns Philip Morris (WKN A0N DBJ) finden sich neben Marlboro zahlreiche weitere Marken wie L&M, Fortune und Bond Street. Sieben davon zählen zu den weltweit wichtigsten 15 Zigarettenmarken, womit der Konzern das am besten aufgestellte Unternehmen in der Tabakbranche ist. Zudem ist Philip Morris geografisch hervorragend positioniert: Die Produkte werden in über 180 Ländern verkauft.
Sechs-Billionen-Marke in Reichweite
Trotz aller Risiken für die Gesundheit, trotz der Horrorbilder und Warnhinweise auf den Verpackungen, trotz des weitgehenden Werbeverbots und trotz zahlreicher Steuererhöhungen in vielen Ländern werden Jahr für Jahr mehr Glimmstängel abgesetzt. Einer aktuellen Erhebung der American Cancer Society zufolge wurden 2009 weltweit fast 5,9 Billionen Zigaretten geraucht. Damit hat sich der Konsum seit Anfang des vergangenen Jahrhunderts mehr als verhundertfacht.
Dabei ist etwa ein Fünftel der Weltbevölkerung dem Rau(s)ch der Tabakpflanze verfallen. In einem solch rasanten Tempo wächst die Branche heute freilich nicht mehr, allerdings nimmt der Tabakkonsum gerade in den Emerging Marktes - und hier ist Philip Morris glänzend aufgestellt - rasch zu.
Das beweist ein Blick auf die jüngsten Geschäftszahlen. So war die Region Asien mit einem Umsatzanteil von 36 Prozent (5,6 Milliarden Dollar; plus 7,1 Prozent) in den ersten sechs Monaten der wichtigste Umsatzbringer. Auch in der Region Osteuropa, Mittlerer Osten und Afrika zogen die Erlöse kräftig um 7,8 Prozent auf 4,0 Milliarden Dollar an. Die Schwäche in der EU (4,3 Milliarden Dollar Umsatz; minus 3,6 Prozent) konnte damit mehr als ausgebügelt werden.
28 Prozent Weltmarktanteil
Mit einem Anteil (ohne die USA und China) von 28,1 Prozent am weltweiten Zigarettenmarkt im Jahr 2011 ist Philip Morris der Platzhirsch der Branche. Seit 2008, dem Jahr des Spin-Offs vom damaligen Mutterkonzern Altria, der die Konzernmarken Marlboro und Co in den USA vertreibt, ist der Anteil damit um 2,6 Prozentpunkte gestiegen. Ein Ende dieser Entwicklung ist nicht abzusehen - alle wichtigen Konzernmarken konnten ihren Absatz zuletzt steigern. So hat Philip Morris auch die Gewinnprognose von 5,10 bis 5,20 Dollar pro Aktie für 2012 jüngst bekräftigt. Im Vorjahresvergleich entspricht das einem Plus von fünf bis sieben Prozent. Für 2013 stellen Analysten ein Umsatzplus von sechs Prozent auf 33,4 Milliarden Dollar und einen Gewinnanstieg um sieben Prozent auf 9,4 Milliarden Dollar beziehungsweise 5,75 Dollar pro Aktie in Aussicht. Auf mittlere bis lange Sicht strebt der Konzern ein jährliches Umsatzwachstum von vier bis sechs Prozent an. Der bereinigte Gewinn je Aktie soll dabei um zehn bis zwölf Prozent jährlich steigen.
Positive Kursentwicklung
Die positive Geschäftsentwicklung und die guten Perspektiven spiegeln sich eins zu eins im Aktienkurs wider. 2011 haben die Anteilscheine des Tabakriesen 34 Prozent zugelegt und damit allen 30 Aktien im US-Standardwerteindex Dow Jones die Rücklichter gezeigt. Die Dividende eingerechnet, belief sich die Performance sogar auf fast 40 Prozent - ein absoluter Spitzenwert.
Gerade in so turbulenten Zeiten wie diesen ist die Dividende ein schlagkräftiges Kaufargument für viele Privat- und besonders auch institutionelle Investoren. Hier punktet Philip Morris wie kaum ein anderes Unternehmen. Während 2008 noch eine Dividende von 1,84 Dollar pro Aktie gezahlt wurde, waren es für 2011 bereits 3,08 Dollar. Für 2012 ist mit einer weiteren Anhebung auf 3,52 Dollar pro Aktie zu rechnen. Die Dividendenrendite beläuft sich damit derzeit auf rund vier Prozent.
Milliardenschwere Aktienrückkäufe
Zu den attraktiven Dividendenausschüttungen kommen milliardenschwere Aktienrückkäufe. Von 2008 bis 2011 hat der Konzern bereits eigene Aktien im Wert von über 21 Milliarden Dollar zurückgekauft. Dieses Jahr fließen weitere sechs Milliarden Dollar in den Rückkauf eigener Aktien.
Kaufen und genießen
Die Aktie von Philip Morris war in der Vergangenheit fast ein Garant für steigende Kurse. Hinzu kommt die aktionärsfreundliche Dividendenpolitik. Trotz aller Hürden, die die Politik den Tabakkonzernen weltweit in den Weg legt, dürfte sich daran auch in Zukunft nichts ändern. Ein echtes Interesse seitens der Politik, der Tabakindustrie ernsthaft zu schaden, besteht nämlich nicht. Das lässt sich auch am Aktienkurs ablesen, der erst Ende Juli ein neues Allzeithoch markiert hat.