Alfred Maydorn

Die Spekulation um Washington Mutual geht in ihre entscheidende Phase. Im Vorfeld der am Freitag stattfindenden Anhörung nimmt die Verunsicherung der Anleger zu. Kommt es doch nicht zu einer außergerichtlichen Einigung mit JPMorgan? Wie stehen die Chancen beim Sparkassen-Lotto, dem wohl heißesten Zock des Jahres?
Der scharfe Kurseinbruch am Dienstag, in dessen Zuge sich die Aktie von Washington Mutual (WaMu) in kürzester Zeit mehr als halbierte, wirkt nach. Die Zockergemeinde ist verunsichert. Am Mittwoch schloss die Aktie in New York erneut schwächer und ging mit 0,421 Dollar aus dem Handel. In Frankfurt setzen sich die Kursverluste ebenfalls fort. Jetzt werden nur noch 0,28 Euro für eine Aktie bezahlt, was einem weiteren Abschlag von rund 10 Prozent entspricht.
Skeptische Experten
Nachdem die Euphorie über eine mögliche Einigung inklusive einer Ausgleichszahlung durch JPMorgan am Dienstag ihren vorläufigen Höhepunkt erreicht hatte, waren zuletzt warnende Stimmen zu hören. So äußerte sich Kevin Starke, Analyst der CRT Capital Group, skeptisch: "Es handelt sich um ein billiges Lotterie-Ticket, bei dem es wie durch ein Wunder zu einer Auszahlung an die Aktionäre kommen könnte." Eine solche Spekulation sei bei Konkurssituationen häufig zu beobachten, bemerkte Starke gegenüber dem Nachrichtensender CNBC.
Optimistischer Anwalt
Viele Aktionäre hoffen weiterhin darauf, dass es noch vor der auf Freitag verschobenen Anhörung vor dem US-Konkursgericht zu einer außergerichtlichen Einigung zwischen Washington Mutual und JPMorgan kommt. Vor allem die Äußerungen des WaMu-Anwalts Brian Rosen sorgten für Optimismus. Er teilte in der vergangenen Woche mit, dass die Gespräche mit den Kotrahenten zuletzt an "Momentum gewonnen" hätten und er im Hinblick auf eine Einigung mit JPMorgan und der FDIC zuversichtlich sei. In den letzten Tagen ist allerdings von keinem Beteiligten ein offizielles Statement mehr zu vernehmen gewesen und so ist die Aktie vollends zum Spielball der Spekulanten geworden.
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Jackpot oder Niete
Das "Sparkassen-Lotto" geht in die entscheidende Phase. Ein "Spielschein" ist derzeit für 0,28 Euro zu haben. Weiterhin besteht bei einer außergerichtlichen Einigung die Chance, dass daraus acht Dollar oder mehr werden. Auf der anderen Seite kann sich der "Zock des Jahres" auch als Niete entpuppen und die Aktie wieder auf wenige Cent abstürzen. Wer mitspielen will, sollte daher seinen Kapitaleinsatz entsprechend anpassen.