Bei der auf Fahrzeugelektronik und industrielle Automation spezialisierten Softing AG laufen die Geschäfte auf Hochtouren. Allein die Entwicklung nach neun Monaten lässt aufhorchen: Die Umsatzerlöse kletterten um rund 26 Prozent auf 27,6 Millionen Euro, während sich das EBIT von 0,7 Millionen Euro im Vorjahr auf 2,8 Millionen Euro vervierfacht hat. Die gute Entwicklung sorgte dafür, dass Softing die Prognose für das laufende Jahr erhöht hat. Nachdem 2010 ein Umsatz von 31,67 Millionen Euro erzielt werden konnte, will man im laufenden Jahr rund 37 Millionen Euro umsetzen. Bisher lag das Ziel bei 35 Millionen Euro. Beim EBIT werden mehr als 3,7 Millionen Euro angepeilt - nach 1,53 Millionen Euro im Vorjahr. Diese Prognose dürfte für Softing locker zu schaffen sein.
2012er-Prognose zu konservativ
Ende November hat Softing auf der Automatisierungsmesse in Nürnberg neue Produkte im Segment Industrial Automation vorgestellt. Dazu zählen im Wesentlichen Funktionserweiterungen bestehender Produktfamilien, die neue Anwendungen ermöglichen. Diese sollten ab dem kommenden Jahr zum Umsatz beitragen. Das dürfte neben der Tatsache, dass die großen Aufträge von Porsche und Daimler, die Softing im laufenden Jahr an Land ziehen konnte, 2012 zum Tragen kommen, der Hauptgrund für den Optimismus von Softing-Chef Dr. Wolfgang Trier bezüglich der weiteren Entwicklung sein: "Die Ergebnisvervierfachung resultiert aus einer Vielzahl von neuen Produkten. Davon sind noch nicht alle am Markt sondern werden erst in den nächsten Monaten vorgestellt. Wir gehen deshalb davon aus, dass wir das ertragsreiche Wachstum auch in den kommenden Jahren verstärkt fortsetzen werden", so Softing-Chef Dr. Wolfgang Trier nach den 9-Monatszahlen.
Die Prognose für 2012 von 40 Millionen Euro Umsatz dürfte daher zu konservativ sein. Wie DER AKTIONÄR aus gut unterrichteten Kreisen in Erfahrung bringen konnte, soll ein Kunde aus dem Marine-Bereich sein Auftragsvolumen von 0,5 auf 1,5 Millionen Euro verdreifacht haben. Das allein zeigt, dass die Nachfrage nach Lösungen aus dem Hause Softing bisher ungebrochen ist. Wie es zudem weiter heißt, soll der Auftragsbestand mittlerweile auf 40 Millionen Euro angewachsen sein. Angesichts eines derart hohen Polsters für das neue Jahr ist die Prognose von 40 Millionen Euro ausgesprochen konservativ. Da nicht davon auszugehen ist, dass Softing ein Jahr lang keine Aufträge generieren wird, ist eine Prognoseanhebung lediglich eine Frage der Zeit.

Aktie ein Kauf
Der Aktien-Musterdepotwert bleibt vor diesem Hintergrund ein klarer Kauf. Der Wert konnte sich trotz der Turbulenzen an den Märkten zu Recht gut behaupten und dürfte auch 2012 zu den Outperformern zählen. Mit einem 2012er-KGV von 9 und einer Dividendenrendite von 4,6 Prozent ist die Aktie ausgesprochen attraktiv bewertet.