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Vom Talent zum Toursieger

Mit Derby Cycle hatten AKTIONÄR-Leser im laufenden Jahr bereits einen Verdoppler im Depot. In Ausgabe 35 zu 14,14 Euro zum Kauf empfohlen, flatterte wenige Wochen später ein Übernahmeangebot zu 28 Euro in den Briefkasten. Doch es gibt auf dem heimischen Kurszettel einen weiteren, aussichtsreichen Fahrradhersteller: die MIFA Mitteldeutsche Fahrradwerke AG (WKN A0B 95Y).

Anders als Derby Cycle, das auf Premium-Räder setzt, verfolgt das ostdeutsche Traditionsunternehmen eine Vertriebsstrategie mit dem Schwerpunkt des Absatzes von preislich günstigeren Fahrrädern über große Handelsketten wie Aldi, Metro und Co. Die beiden Gesellschafter Peter Wicht und Michael Lehmann haben die marode MIFA in den letzten 15 Jahren so auf ein gesundes und profitables Fundament gestellt.

Viel Bewegung

Das hat zuletzt auch ein finanzkräftiger Investor erkannt. Im Oktober ist Carsten Maschmeyer mit 28,7 Prozent bei dem Fahrradhersteller eingestiegen. "Die Bereiche Gesundheit und Fitness werden zukünftig stark wachsen", so der Kommentar des AWD-Gründers. Als Maschmeyer die Anteile vom Mitgründer Lehmann übernommen hat, dachte er aber sicher auch an die Gesundheit und Fitness seines eigenen Geldes. Trotz seines beachtlichen Engagements muss Maschmeyer hinten auf dem MIFA-Tandem Platz nehmen. Denn auch Vorstandschef Wicht hat seinen Anteil auf 29,1 Prozent ausgebaut. Kein Wunder: Wicht ist lange genug im Geschäft, um zu wissen, welche Chancen sich bei MIFA derzeit bieten.

Voll im Trend

Die Gesellschaft profitiert vor allem von der starken Nachfrage nach E-Bikes, bei denen das Treten von einem Elektromotor unterstützt wird. "Wir sind ein Fahrradhersteller, der Räder für den Markt macht", erklärt Wicht gegenüber dem AKTIONÄR. Er sieht sich  dabei als Trendfolger: „Wenn es Trends gibt, dann sind wir dabei - und machen sie besser und billiger." Nachdem MIFA in diesem Jahr eher E-Bikes für die ältere Generation im Programm hatte, dürften 2012 auch jüngere Leute angesprochen werden. "Ein Manager, der mit dem Fahrrad ins Büro fährt, will eben nicht verschwitzt ankommen", erklärt Wicht mit einem Augenzwinkern. Im kommenden Frühjahr kann man sich auf eine weitere MIFA-Produktoffensive einstellen - mit E-Bikes für junge, dynamische Leute.

Gut, aber vor allem günstig

MIFA produziert alle Räder an einem Standort: der modernsten Fahrradfabrik Deutschlands. Ein Beispiel: Während bei anderen Fahrradherstellern die Speichen mühsam per Hand in die Felge eingefügt werden, besitzt MIFA eine patentierte Maschine, die diesen Part in der Produktion übernimmt - und damit um ein Vielfaches schneller und effizienter ist. "Wir haben immer Wert darauf gelegt, die Stückkosten von der Montage bis zum Vertrieb möglichst gering zu halten, da uns das am Ende den Absatz sichert."

Mit Erfolg: In den ersten neun Monaten stieg der Umsatz um 33,7 Prozent auf 93,4 Millionen Euro. Das EBIT legte um über 140 Prozent auf 5,3 Millionen Euro zu. Eine Prognose für 2011 ließ sich der Vorstand nicht entlocken. Allerdings sollte klar sein, dass aufgrund der wetterbedingten Saisonalität des Fahrradgeschäftes im Schlussquartal nicht mehr viel dazukommen wird. 

Rechtzeitig aufsatteln

DER AKTIONÄR schätzt den Umsatz für das kommende Jahr auf rund 110 Millionen Euro. Die Marge dürfte dann von 7,5 auf rund 8,5 Prozent steigen. Damit sollte das EBIT bei neun Millionen Euro liegen. Dank der guten Finanzierung könnten unter dem Strich sechs Millionen Euro oder 0,75 Euro je Aktie stehen. Mit einem KGV von 8 wäre die Aktie angesichts des enormen Wachstumspotenzials  somit günstig bewertet. Auch wenn ein Vergleich nur schwer möglich ist: Wettbewerber Derby Cycle wird auf Basis des Übernahmepreises mit einem KGV von 14 bewertet. Anleger sollten daher Maschmeyer und Co folgen und bei MIFA einsteigen.

Kurs —  
Empf. Kurs
6,09 €
Ziel
9,50 €
Stopp
4,70 €
Status
Aktiv

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