Spätestens nach den starken BMW-Zahlen heute und dem optimistischen Ausblick des bayerischen Autobauers dürfte klar sein, dass der Automobilzulieferer ElringKlinger (WKN 785 602) weiterhin mit Vollgas fährt. Neue Impulse sind aus dem Nutzfahrzeugmarkt zu erwarten. Die Aktie steht unmittelbar vor einem neuen Hoch.
BMW-Chef Norbert Reithofer sprach im Rahmen der Bilanzvorlage für das zweite Quartal von "deutlichen Absatzzuwächsen in wichtigen Märkten" als Erklärung für das starke Q2. Von 169 Millionen Euro auf 1,72 Milliarden steigerte der Autobauer allein in den letzten drei Monaten sein EBIT. Das macht deutlich, mit welcher Dynamik sich die Branche erholt. Nachdem nun sämtliche Autohersteller ihre Prognosen für 2010 deutlich angehoben haben dürfte klar sein, dass sich die Erholung nachhaltig fortsetzt. ElringKliner ist einer der wichtigsten Zulieferer und wird weiterhin davon Profitieren. Für frische Impulse dürfte jedoch die Erholung im Nutzfahrzeugmarkt sorgen.
Hervorragendes Q2
Das zweite Quartal verlief für ElringKlinger hervorragend. Zwischen April und Juni erwirtschaftete das Unternehmen einen Gewinn von 20,6 Millionen Euro, nach acht Millionen Euro im krisengeschüttelten Vorjahresquartal. Der Umsatz kletterte um über 45 Prozent auf 201 Millionen Euro. Dank der hohen Auslastung hat der Automobilzulieferer eine EBIT-Marge von knapp 16 Prozent erreicht. Bisheriger Rekord waren 19,9 Prozent, die mittelfristig wieder erreicht werden soll. Die Produktionsauslastung wird laut Vorstandschef Stefan Wolf im zweiten Halbjahr von derzeit 75 Prozent auf 90 Prozent wachsen. Der Rekordmarge dürften die Schwaben daher ein Stück näher kommen.
Neue Impulse, höhere Prognosen
Daher erhöhte das Unternehmen auch seine Prognosen für 2010. Beim Umsatz sollen es nun 690 bis 710 Millionen Euro werden. Beim Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) sollen nun 90 bis 95 Millionen Euro statt bisher 76 bis 79 Millionen Euro zum Jahresende herauskommen.
Neue Impulse kommen dabei von der sich erholenden Konjunktur im Nutzfahrzeuggescghäft. Zwar erfolgt diese von einem niedrigen Niveau, die zunehmende Stabilisierung des Nutzfahrzeugmarktes dürfte jedoch im laufe des zweiten Halbjahres für neue Dynamik bei ElringKlinger sorgen.
Ebenso wie die Stärkung des Zylinderkopf- und Abgasdichtungsgeschäfts durch die kürzlich veröffentliche Akquisition. Geht der Zukauf der Freudenberg-Tochter wie geplant im Herbst über die Bühne, dürfte im vierten Quartal ein zusätzlicher einen Umsatzbeitrag von rund zehn Millionen Euro durch die Bücher gehen. Auch von neuen Projekten ist ein weiterer Schub für Umsatz und Ergebnis zu erwarten. Mit seinem Dieselpartikelfilter-Beschichtungs-Projekt ist das Unternehmen in die nächste Phase getreten. Ein deutscher OEM-Hersteller wird die Technologie in kürze testen. Zudem hat ElrinKlinger einen ersten Liefervertrag im Bereich der alternativen Antriebe erhalten. Ab dem nächsten Jahr soll daher die Produktion von Komponenten für Lithium-Ionen-Batterien starten. Aus der Zulieferung zu Hybridantrieben ist zunächst ein Umsatzbeitrag von zehn bis 15 Millionen Euro jährlich zu erwarten. Pro Automobil bedeutet das einen Umsatzbeitrag von schätzungsweisen 110 Euro. Bei zunehmender Marktdurchdringung von Hybridfahrzeugen entsteht hier ein neuer Wachstumstreiber für die Schwaben.

Aktie vor Kaufsignal
Die Aktie ist daher weiterhin ein klarer Kauf. Der Wert steht kurz davor, das bisherige Hoch bei 22 Euro zu überwinden. Der Ausbruch sollte dem Wert neue Dynamik für eine weitere Kursrallye verleihen. 30 Euro sind mittelfristig als Kursziel realistisch. Ein Stopp bei 19 Euro sichert die Position ab.