Nach schwachem Jahresstart ging Orad Hi-Tec Systems (WKN 928 634) im Vorjahr auf Turnaround-Kurs. Die sportlichen Großereignisse 2010 sorgen für viel Fantasie.
Die Verschmelzung von Internet, Fernsehen und Telekommunikation hat weitreichende Folgen für Medienunternehmen. Als Weltmarktführer für virtuelle Technologie für TV-Sender wird Orad vom Trend zu hoch auflösendem HD-TV und digitaler Studiotechnik langfristig profitieren. Neben grafischen Darstellungen für Fernsehformate und virtuellen Studios gehört auch Grafiksoftware für Sportübertragungen zum Programm von Orad.
Sportliche Aufträge
Gerade 2010 bietet der Sportbereich viel Fantasie. Im Vorfeld der Fußballweltmeisterschaft in Südafrika registriert Orad-Vorstand Avi Sharir eine gesteigerte Nachfrage nach Sportgrafik-Lösungen. Die Grafiklösungen kommen beispielsweise bei Fußballübertragungen in Form virtueller Abseitslinien oder Abstandsmessungen bei Freistößen zum Einsatz. Allein im November 2009 hat Orad drei Sportsysteme an führende südamerikanische Fernsehanstalten verkauft. Weitere sollten bald folgen.
Auf Turnaround-Kurs
Das spiegelt sich auch im Zahlenwerk wider. Orad hat den Umsatz im Schlussquartal 2009 zwar um zwölf Prozent auf 9,0 Millionen Dollar gesteigert. Im Gesamtjahr gingen die Erlöse dennoch um 16 Prozent auf 26,9 Millionen Dollar zurück. Der Jahresüberschuss sank um 37 Prozent auf 2,2 Millionen Dollar. Auch hier war im vierten Quartal eine Belebung zu spüren. Daher geht der Vorstand von einer erfolgreichen Geschäftsentwicklung im laufenden Jahr aus.
"Play Maker" spielt 2010 groß auf
Die bestehenden und etablierten Produkte werden durch kontinuierliche Updates aktualisiert und durch Neuentwicklungen ergänzt. So hat Orad auf der International Broadcasting Conference die erste Version von "Play Maker", einem Server für Zeitlupenaufnahmen im Sportbereich, präsentiert. "Das Feedback, das wir daraufhin erhalten haben, war sehr gut und wir konnten bereits einige Aufträge verbuchen", erklärt Sharir. Von dem neuen Produkt erwarten sich Vorstand und Analysten im laufenden Jahr erhebliches Wachstumspotenzial.
Analysten heben Kursziel an
Die Experten der VEM Aktienbank sehen für 2010 daher wieder ein Umsatzplus von 17,7 Prozent auf 31,6 Millionen Dollar. Unter dem Strich dürfte ein Gewinn je Aktie von 0,31 Dollar (Vorjahr: 0,20 Dollar) in den Büchern stehen. Daraus resultiert ein 2010er-KGV von 10. Die Analysten haben daher das Kursziel von 3,30 auf 4,00 Euro angehoben.

Auf erfahrene Spielmacher setzen
Orad Hi-Tec Systems agiert in einem Nischenmarkt, in dem nur wenige andere Wettbewerber aktiv sind. Spielt der "Play Maker" wie erwartet groß auf, sollte sich die Auftragslage weiter spürbar verbessern. Das erfahrene Management dürfte die Gesellschaft wieder nachhaltig in die schwarzen Zahlen führen.
Aktie zuletzt gedeckelt
Ein Blick auf den Chart zeigt, dass sich die Aktie zuletzt - trotz der guten Aussichten - nicht nachhaltig nach oben lösen konnte. Eine fundamentale Erklärung für diesen Verkaufsdruck gibt es nicht. Spekulationen zufolge trennt sich das Lehman Brothers Bankhaus von ihren Stücken (Anteil: 19,9 Prozent). Genauere Angaben gibt es allerdings keine. Es bleibt aber nur eine Frage der Zeit, bis der Weg nach oben frei ist. Daher bauen risikobewusste Anleger auf dem aktuellen Niveau eine Position auf oder eine bereits vorhandene weiter aus.