Markus Horntrich
Der Spezialist für Bioethanol, Biodiesel und Biogas verkauft Teile der nicht zum Kerngeschäft gehörenden Windkraftanlagen. Verbio nutzt damit die gute Nachfrage im Windsektor und realisiert mit dem Verkauf einen deutlichen Gewinn. Die Fantasie steckt ohnehin in den neu aufgebauten Biogasaktivitäten.
Die Verbio Vereinigte BioEnergie AG hat acht ihrer insgesamt fünfzehn eigenen Windkraftanlagen veräußert. Neben den eigenen Windkraftanlagen betreibt Verbio 51 gepachtete Windkraftanlagen, wovon für 23 Windkraftanlagen die bestehenden Pachtverträge zum Jahreswechsel 2009/10 ausgelaufen sind. Im Jahr 2008 erzielte Verbio aus der Einspeisung des über die Windkraftanlagen generierten Stroms insgesamt 20,1 Millionen Euro Umsatz und ein EBIT von 0,9 Millionen Euro. Zum 30. September 2009 beliefen sich die Umsätze auf 12,2 Millionen Euro (Vorjahr: 14,2 Millionen Euro), das EBIT betrug im gleichen Zeitraum 0,2 Millionen Euro (0,5 Millionen Euro). Mit dem Verkauf von fünf Windkraftanlagen wurde im vierten Quartal 2009 ein Gewinn von rund 2,2 Millionen Euro erzielt. Für weitere drei Windkraftanlagen wurden in 2010 rund 0,5 Millionen Euro erlöst.
"Das Betreiben von Windparks gehört nicht zum Kerngeschäft der Verbio. Da das derzeitige Interesse von Investoren sich im Bereich der Erneuerbaren Energien, insbesondere im Windsektor, zu engagieren, sehr groß ist, nutzen wir die günstige Gelegenheit die eigenen Anlagen zu verkaufen", sagt laus Sauter, Vorstandsvorsitzender der Verbio AG.
Biogas ohne EEG
Im Rahmen der Small und Midcap-Konferenz von Close Brothers Seydler am 3. und 4. Februar machte Verbio-Chef Sauter deutlich, dass die Zukunft eindeutig in den drei Bereichen Biodiesel, Bioethanol und Biogas liegt. Vor allem der Bereich Biogas birgt reichlich Fantasie. In der ersten Ausbaustufe (bis Ende 2010) soll die Kapazität auf 480 Gigaattstunden (GWh) ausgebaut werden. In der zweiten Ausbaustufe soll der Ausstoß auf 1.000 GWh erweitert werden. Zu beachten ist dabei, dass das Biogas nicht wie üblich in Strom umgewandelt wird, sondern in das Erdgasnetz eingespeist wird. Es besteht also keine Abhängigkeit vom EEG hinsichtlich einer Einspeisevergütung. Es sind lediglich die Gaspreise entscheidend. Bei aktuellen Preisen von 0,05 bis 0,06 Euro je KWh entspricht das einem Umsatzpotenzial von 25 bis 50 Millionen Euro. Wichtig dabei: Für die Biogasproduktion benutzt Verbio Abfallstoffe, die bei der Ethanol-Produktion anfallen und bisher für rund zehn Millionen Euro jährlich entsorgt werden mussten. Aus Kosten werden also Umsätze und Gewinne.

Aktie attraktiv
Charttechnisch betrachtet konsolidiert die Aktie oberhalb von 2,80 Euro seitwärts. Sollte ein Bruch dieser Marke erfolgen, ist mit deutlichen Rücksetzern zu rechnen. Eine zehn bis 15-prozentige Korrektur ist allemal möglich. Erste Käufe bieten sich in diesem Fall bei 2,50 bis 2,60 Euro an.
Rein aus fundamentaler Sicht ist die Aktie derzeit günstig. Mutige Anleger stellen daher mit einer ersten kleinen Position beim ehemaligen Musterdepotwert bereits jetzt einen Fuß in die Tür.