Die Funkwerk-Aktie (WKN 575 314)wurde nach den Zahlen leicht abgestraft. Dank der guten Aussichten auf einen Turnaround im laufenden Jahr ist das die Chance zum Einstieg bei der wohl interessantesten Turnaroundstory im laufenden Jahr.
Auf den ersten Blick ist die Funkwerk AG nach den vor wenigen Tagen vorgelegten Zahlen wenig interessant. Die Prognosen für das Geschäftsjahr 2009 wurden verfehlt. Der zweite Blick ist jedoch entscheidend. Dass für 2009 schwache Zahlen vorgelegt wurden, war nicht wirklich überraschend. Wichtig ist jedoch vielmehr der für 2010 bevorstehende Turnaround.
2009: Tiefgreifender Restrukturierung
Der Umsatz ist 2009 um etwa 24 Prozent auf rund 219 Millionen Euro (Vorjahr: 290 Millionen Euro) zurückgegangen. Die Restrukturierung ist jedoch in vollem Gange und trug einen Teil zum Umsatzschwund bei. "In allen Segmenten wurden Verlustquellen geschlossen, Randaktivitäten eingestellt und die Konzentration auf nachhaltig aussichtsreiche Produkt- und Marktfelder vorangetrieben", so Vorstandschef Hans Grundner. Dadurch entstanden Restrukturierungsaufwendungen von etwa 9 Millionen Euro. Das in Kombination mit dem rückläufigen Umsatz und der Tatsache, dass großzügige Wertberichtigungen vorgenommen werden führt zu einem operativen Verlust (EBIT) von voraussichtlich rund 42 Millionen Euro.
2010: Turnaround im Visier
Für das laufende Geschäftsjahr rechnet Funkwerk wieder mit Wachstum und einem positiven Ergebnis, der Turnaround steht also unmittelbar bevor. Das EBIT für das laufende Jahr dürfte im Bereich von fünf bis acht Millionen Euro liegen, bei schätzungsweise 230 Millionen Euro Umsatz. Aufgrudn der Verluste in der Vergangenheit dürfte sich die Steuerquote in Grenzen halten, sodass EBIT im Wesentlichen dem Nettoergebnis entsprechen dürfte. Das KGV für 2010 dürfte damit unter 10 liegen, was für einen Turnaroundwert überaus günstig wäre.
2011: Ertragssprung
Der wirkliche Ertragssprung solle jedoch 2011 kommen, wo Funkwerk wieder an alte Margenstärke anknüpfen will. Selbst wenn man davon ausgeht, dass die Firma gegenüber 2010 nicht wächst und 230 Millionen Euro umsetzt, wären das immerhin 18 Millionen Euro EBIT.

50-Prozent-Chance
Die Börse traut dem Turnaround noch nicht so ganz, was angesichts der Bilanz für 2009 nicht verwunderlich ist. Allerdings ist die Skepsis stark übertrieben. Es ist davon auszugehen, dass sämtliche bilanzielle Risiken mit den Wertberichtigungen 2009 verdaut sind. Das Eigenkapital liegt im dreistelligen Bereich - bei knapp 52 Millionen Euro Börsenwert ist das Unternehmen deutlich unter Buchwert bewertet. Zudem verfügt die Firma über Nettobarmittel im unteren zweistelligen Bereich, was Kapitalmaßnahmen vorerst nicht erfordert. Nach der jüngsten Korrektur im Anschluss an die Zahlen bietet sich bei Funkwerk eine prima Einstiegschance. Das Kurspotenzial sieht DER AKTIONÄR bei mindestens 50 Prozent. Ein Stopp sollte bei 4,90 Euro platziert werden.