Die KTG Agrar AG bringt ihre Biogas-Tochter an die Börse. Mit der anvisierten Bewertung der KTG Energie wird die günstige Bewertung des Agrargeschäfts von KTG Agrar offensichtlich.
Mehr als 35.000 Hektar bewirtschaftet die KTG Agrar AG in Ostdeutschland und Litauen, wobei der Konzern die bewirtschaftete Fläche jährlich um rund zehn Prozent steigern will. Auch mit dem Börsengang der Tochter soll der Vorteil aus der Kombination von Agrarwirtschaft und Energieproduktion weiterhin gesichert werden. Bislang verwendete der Agrarkonzern vor allem so genannte Zweitfrüchte als Inputmaterial für die Biogaserzeugung Das soll auch weiterhin so bleiben, denn die KTG Agrar AG will weiterhin mit 55 Prozent an der Biogastochter KTG Energie beteiligt bleiben. Aufgrund des erfolgreichen Zweitfruchtanbaus nutzt KTG rund 90 Prozent der Anbaufläche für die Lebensmittelproduktion und will diesen Prozentsatz weiter erhöhen.
Wachstum setzt sich fort
KTG Agrar im Geschäftsjahr 2011 ein Rekordergebnis erzielt. Die Gesamtleistung stieg um 58 Prozent auf 112,2 Millionen Euro, das EBIT verbesserte sich von 13,4 Millionen auf 15,1 Millionen Euro. Die Dividende soll von 15 Cent auf 18 Cent erhöht werden. Zum Gesamtumsatz hat der Biogasbereich rund 21 Millionen Euro und zum EBIT rund vier Millionen Euro beigetragen. Für das Biogassegment erwarten Analysten eine weitere Umsatzsteigerung im laufenden Jahr. „Derzeit laufen 22,4 Megawatt unter Volllast und zahlreiche weitere befinden sich in der Anlaufphase und im Bau. Daher wird es auch im laufenden Jahr ein deutliches Umsatz- und Ertragswachstum geben", so Dr. Thomas Berger, Vorstandschef der KTG Energie AG im Gespräch mit dem AKTIONÄR. „Unser Ziel ist es, im Jahr 2012 mindestens 50 Megawatt am Netz zu haben. Wichtig dabei ist, dass die große Investitionsphase bereits abgeschlossen ist. Mit der aktuellen Produktionskapazität werden wir weiter solide wachsen und gleichzeitig ab 2013 unseren Aktionären eine attraktive Dividende auszahlen können."
IPO hebt stille Reserven
Mit dem Börsengang der KTG Energie AG hebt der Mutterkonzern beträchtliche stille Reserven. Insgesamt sollen 2,7 Millionen Aktien ausgegeben. Eine Million davon werden im Rahmen einer Kapitalerhöhung platziert, wobei der Mutterkonzern nach Vorstandsangaben bereits Zusagen in beträchtlicher Höhe von Ankerinvestoren hat. Der Ausgabepreis je Aktie wurde auf 13,80 Euro festgelegt. Der Börsenwert der Tochter beläuft sich somit auf 82,8 Millionen Euro. 55 Prozent davon entfallen weiterhin auf die Mutter, die aktuell mit 841,3 Millionen Euro an der Börse bewertet wird. Das Agrargeschäft wird somit lediglich mit knapp 45 Millionen Euro taxiert, was gerade einmal dem vierfachen EBIT für 2011 entspricht.

Aktie attraktiv
Die KTG-Agrar-Aktie bietet vor diesem Hintergrund eine attraktive Einstiegschance. Das bestätigen auch die Analystenratings: Montega Research zum Beispiel sieht das Kursziel bei 21 Euro, was vom aktuellen Niveau einer Chance von knapp 50 Prozent entspricht. Ein Stopp bei 13,00 Euro dient zur Absicherung der Position.