Den DAX schlagen! Mit diesem Ziel sind schon viele Börsenprofis an den Start gegangen ... und auch gescheitert. Ein Teil versucht in der Regel, über die Fundamentalanalyse zum Erfolg zu kommen. Andere wiederum stellen hochkomplexe, technische Analysemodelle auf. Dann gibt es noch die Day- und News-Trader, die kurzfristige Schwankungen zu ihren Gunsten ausnutzen wollen. Doch die wenigsten sind richtig erfolgreich.
Trivial! Genial!
Der Physiker Thomas Gebert hat eine Strategie entwickelt, die nicht nur einfach, ja fast schon trivial, ist, sondern auch seit vielen Jahren den DAX um Längen schlägt. Der nach ihm benannte Indikator basiert dabei lediglich auf vier Teilindikatoren, die auch für den Laien sehr leicht zu überprüfen sind. Hierbei handelt es sich um Inflation, Zinsen, Dollarkurs und Jahreszeit.
Einmal pro Woche muss nun eine Checkliste abgearbeitet werden, um ein Kauf- oder Verkaufssignal zu bestimmen. Ist die Inflationsrate in der Eurozone niedriger als vor einem Jahr, gibt es einen Punkt für den Börsenindikator – ansonsten null. War die letzte Zinsentscheidung in der Eurozone eine Senkung, ist dies genauso einen Zähler wert, wie wenn der aktuelle Euro/Dollar-Kurs unter dem Stand vor einem Jahr notiert. Schließlich entscheidet noch die Jahreszeit über einen Punkt. Den gibt es zwischen dem 1. November und dem 30. April.
Ergibt die Summe der vier Teilindikatoren drei oder vier Punkte, entspricht dies einem Kaufsignal und der Indikator investiert voll in den DAX. Bei null oder einem Zähler gibt es ein Verkaufssignal und es wird in den Geldmarkt umgeschichtet. Erhält man zwei Punkte wie derzeit, ändert sich nichts am Investmentverhalten.
15,8 Prozent plus jährlich
Geberts Strategie hat sich in der Praxis bewährt. Seit der ersten Veröffentlichung im AKTIONÄR vor 16 Jahren haben Anleger, die alle Kauf- und Verkaufssignale umgesetzt haben, eine Performance von 1.025 Prozent oder 15,8 Prozent pro Jahr erzielt. Der DAX kommt im selben Zeitraum lediglich auf 191 Prozent oder jährlich 6,7 Prozent. Schließt man die historische Betrachtung bis 1962 mit ein, ist der Gebert-Indikator mittlerweile seit 50 Jahren ein Erfolgsmodell.
Seit dem 1. November 2011 ist die Strategie wieder im DAX investiert. Daran dürfte sich auch erstmal nichts ändern, denn der Indikator kommt mittlerweile auf drei Zähler. Vor Kurzem lieferte die Inflationsrate den dritten Punkt. Lediglich die Jahreszeit ist derzeit für die Börsen (statistisch betrachtet) nicht günstig und daher mit null bewertet.
Einfach investieren
Die Bank of America Merrill Lynch bietet das entsprechende Zertifikat zur Strategie an. Das Produkt mit der WKN ML0 RR6 kann ab heute gehandelt werden. Sollte der Indikator an die Performance der Vergangenheit anknüpfen können, würde sich der Einsatz in den nächsten 16 Jahren verneunfachen.