Beim österreichischen Leiterplattenhersteller AT&S (WKN 922 230) boomt das Geschäft. Wachstumstreiber ist die mobile Sparte, in der zweistellige Zuwachsraten erzielt werden. Die Aktie ist ein Muss.
"Flex, flex, flex!" - so feuerten Fans jahrelang den österreichischen Bodybuilder und amtierenden Gouverneur von Kalifornien, Arnold Schwarzenegger, an, seine Muskeln anzuspannen. "Flex, flex, flex!" könnte man heute auch bei AT&S, Europas größtem Leiterplattenhersteller, rufen, denn der lässt im Platinenmarkt ebenfalls kräftig die Muskeln spielen. Das Ergebnis dieser Leistungsschau dürfte - zumindest in den Augen der Investoren - vielleicht noch etwas imposanter ausfallen, als beim "Gouvernator".
Drei Geschäftsfelder, ein Ziel
Die Firma aus der Steiermark fertigt Leiterplatten für Kunden aus der Industrie, dem Automobilsektor und dem Markt für mobile Endgeräte. Produziert wird wegen der Kostenvorteile insbesondere beim Personal überwiegend in Fabriken in China und Indien. Die Strategie der Österreicher ist simpel: AT&S will mit seinen auch als Printed Circuit Boards, oder kurz PCBs bezeichneten Platinen der unumstrittene Marktführer in seinen Zielmärkten sein. Bislang geht die Strategie auf. Im Bereich Automotive ist AT&S in Europa die Nummer 1, zu den Kunden zählen Hella und Valeo. Gleiches gilt für das Industriesegment mit den mehr als 500 Kunden. In der Sparte für mobile Endgeräte beliefern die Österreicher zumindest acht der zehn größten Handyhersteller.
Prognosen erhöht
Dem letztgenannten Geschäftsfeld fällt mit einem Umsatzanteil (Geschäftsjahr 2010) von 60 Prozent eine besondere Bedeutung zu. Läuft es hier schlecht, ist das Gesamtergebnis kaum noch zu retten. Allerdings läuft es für AT&S gerade in dieser Sparte derzeit alles andere als schlecht. Es läuft sogar richtig gut. So gut, dass Finanzchef Steen Hansen Ende Juli die 2010er-Umsatzprognose und die Prognose für die EBIT-Marge auf 470 bis 500 Millionen Euro und rund neun Prozent angehoben hat. Analysten zeigten sich weniger von der Anhebung überrascht, als vielmehr davon, dass es die zweite in relativ kurzer Zeit war.
Mobile als Wachstumsmotor
Getragen wird das derzeitige Wachstum vor allem vom Geschäft mit mobilen Endgeräten. Auch wenn sich die Österreicher verschwiegen geben, was Umsatzanteile und Kunden betrifft, ist doch spätestens seit einem Teardown klar, dass sie das Mainbaord für Apples Tablet PC iPad zuliefern. Das Gerät hat sich bislang weit mehr als vier Millionen Mal verkauft und damit alle (Verkaufs-) Erwartungen um Längen geschlagen. Die Marktforscher von iSuppli haben mittlerweile reagiert und eine überarbeitete Studie veröffentlicht. Da AT&S nicht nur für das iPad, sondern offenbar auch für das iPhone zuliefert, verwundert es nicht, dass die Fabriken zuletzt nahezu unter Vollast produzieren. Zusätzliche Nachfrageimpulse schafft der Markt für Smartphones, der sich nach Einschätzung von ABI Research in den nächsten vier Jahren auf 400 Millionen verkaufte Geräte verdoppeln könnte (2010: 200 Millionen).

Massive Investitionen geplant
Um die Nachfrage - nicht nur seitens Apple - bedienen zu können, investieren die Österreicher noch im laufenden Jahr 100 bis 110 Millionen Euro in den Auf- und Ausbau der Fertigungskapazitäten in China und Indien. „Die Kundennachfrage ist aktuell auf einem sehr hohen Niveau und wir haben schon ein wenig damit zu kämpfen", räumte Steen Hansen im Juni ein. Die Situation dürfte sich ab September 2010 entspannen, wenn die ersten Erweiterungen in der Fertigung greifen. Mit dem Ausbau der Kapazitäten in China im kommenden Jahr dürften die Probleme dann der Vergangenheit angehören.
Das Beste kommt noch
Arnold Schwarzenegger kommt aus der Steiermark, AT&S ebenso. Damit enden die Gemeinsamkeiten aber auch. Während der ehemalige "Mister Universe" seine beste Zeit bereits hinter sich hat, steht sie dem Platinenhersteller noch bevor. Die Aktie ist nach der jüngsten Korrektur weiter attraktiv bewertet, das 2011er-KGV mit 9 regelrecht günstig. Anleger sollten schwächere Tage konsequent zum Einstieg nutzen.