"Cloud Computing" heißt der neue Hype in der IT-Welt. Zu den First Movern in Deutschland zählt der IT-Spezialist Cancom (WKN 541 910), der jetzt die Früchte seiner Entwicklungsarbeit erntet.
Die Experten sind sich einig: "Cloud Computing" wird die IT-Welt nachhaltig verändern. Beim "Rechnen in der Wolke" werden IT-Ressourcen wie Rechenleistung, Speicher, Softwareprogramme und Daten dynamisch über das Internet bereitgestellt, gemanaged und abgerechnet. Die Vorteile für die Unternehmen liegen auf der Hand: größere Flexibilität, geringere Kosten und letztlich eine höhere Produktivität.
20 bis 30 Prozent günstiger
Im Gegensatz zur "Public Cloud", in der in einem Mietmodell auf eine externe IT-Infrastruktur zurückgegriffen wird, setzt der IT-Dienstleister Cancom auf die "Private Cloud", die speziell für jeden Kunden eingerichtet wird. Dessen Daten liegen dann nicht in einer virtuellen Wolke irgendwo auf der Welt, sondern weiterhin im firmeneigenen Rechenzentrum. Es ist jedoch nicht mehr notwendig für jeden Standort ein eigenes Rechenzentrum zu betreiben. Die Mitarbeiter greifen über gesicherte Internetverbindungen auf die Unternehmens-IT zu, sei es von zu Hause, vom Internet-Café oder auch aus dem Ausland. Die Kostenvorteile durch diese neue IT-Architektur beziffert Cancom-Vorstandschef Klaus Weinmann im Gespräch mit dem AKTIONÄR auf 20 bis 30 Prozent. Während ein IT-Arbeitsplatz aktuell durchschnittlich mit rund 120 Euro pro Monat zu Buche schlägt, reduziert sich dieser Betrag durch das "AHP Private Cloud"-Modell von Cancom auf etwa 85 bis 95 Euro. Hinzu kommen qualitative Vorteile, etwa bei der Installation neuer Programme, der flexiblen Anbindung neuer Standorte oder der Integration von Akquisitionen.
Der Cloud-Architekt
Mit seinem in der Praxis bereits erprobten Cloud-Modell verschafft sich Cancom, derzeit die Nummer 3 unter den herstellerunabhängigen Systemhäusern Deutschlands, einen bedeutenden Wettbewerbsvorteil - und kommt damit seinem mittelfristigen Ziel einer EBITDA-Marge von fünf Prozent einen entscheidenden Schritt näher.

Auf der Wolke des Erfolgs
Mit dem Ausbruch auf ein neues Jahreshoch hat die Cancom-Aktie ein eindrucksvolles Kaufsignal generiert. Erstmals seit November 2001 gelang dem Highflyer wieder der Sprung über die 7-Euro-Marke. Für Aufmerksamkeit sorgte zudem eine Research-Studie von Hauck & Aufhäuser. Analyst Tim Wunderlich traut Cancom im Geschäftsjahr 2012 ein Ergebnis je Aktie von 0,80 Euro zu und sieht den fairen Wert des Papiers bei 11,50 Euro. Bisher lagen die Analysten-Kursziele im Bereich von 7,50 Euro. Dabei war die "Cloud"-Offensive allerdings noch nicht berücksichtigt. DER AKTIONÄR sieht das Trading-Ziel für den Real-Depot-Wert bei neun Euro. Mittelfristig winken zweistellige Kurse.
Hinweis nach §34 WPHG zur Begründung möglicher Interessenkonflikte:
Aktien, die in diesem Artikel besprochen / genannt werden, befinden sich im "Real-Depot" von DER AKTIONÄR.