Vor rund zwei Jahren tätigte Pfeiffer-Chef Manfred Bender den größten Zukauf in der Unternehmensgeschichte. Mit einem Schlag verdoppelten Bender und Co den Umsatz. Nur blieb die Profitabilität auf der Strecke. Für den ehrgeizigen Bender kein Problem. Langfristig glaubte er an den Erfolg der Übernahme. „Es wurde ein großer Wettbewerber angeboten. Wenn die Nummer zwei die Nummer drei kaufen kann, ist das eine Chance die man reiflich prüfen muss. Die Unternehmen ergänzen sich ganz hervorragend. Es war nach wie vor der richtige Weg, so Firmenchef Bender. Und er sollte recht behalten.
Alleskönner
Die Vacuum- oder Turbopumpen von Pfeiffer Vacuum (WKN 691 660) werden vor allem in der Halbleiterindustrie benötigt. Auch bei der Beschichtung in der Solarindustrie oder in der Analytik kommen die Produkte von Pfeiffer Vacuum zum Einsatz. Mittlerweile ist Pfeiffer hinter dem britischen Unternehmen Edwards mit einem Marktanteil von 18 Prozent auf Platz zwei vorgerückt. Durch die Übernamhen von Trinos und adixen hat Pfeiffer Vacuum mittlerweile sogar einen entscheidenden Wettbewerbsvorteil. „Wir haben unser Produktportfolio deutlich erweitert, so dass wir dem Kunden jetzt ein komplettes Portfolio anbieten können".
Aufwärts
Auch mit den Zahlen konnte die Vorstandschaft zuletzt wieder überzeugen. Angefeuert von den konstant hohen Umsätzen mit Kunden aus der Halbleiterindustrie, erlöste Pfeiffer Vacuum in den ersten drei Monaten rund 132 Millionen Euro. Der Gewinn nach Steuern legte sogar um 18,6 Prozent auf 13,4 Millionen Euro zu. Sorgenkind bleibt die Solarindustrie. Hier gingen die Umsätze um knackige 53 Prozent auf 12,7 Millionen Euro zurück. „Neben der Solarindustrie beliefern wir auch die Halbleiterindustrie oder die Analytik um nur einige heraus zu greifen. Es wird immer ein pendeln zwischen den Märkten geben. Das schöne an unserem Geschäft ist aber, dass die Märkte unterschiedlichen Zyklen unterliegen und so die Schwäche des einen durch einen anderen Markt ausgeglichen werden."
Margen steigen
Dafür klettern die Margen wieder. Im Zuge der Übernahme von adixen gingen diese bis auf 13,9 Prozent in den Keller. Vor der Übernahme kam Pfeiffer noch auf Margen von 24 Prozent. Im Jahr 2012 soll die EBIT-Marge bereits wieder an der 15 Prozent Marke kratzen. Zwei Jahre später will Bender das langfristige Ziel von 20 Prozent wieder knacken. Hierzu sollen allen voran Verbesserungen der Abläufe sowie eine bessere Preisdisziplin bei adixen dazu beitragen. Heißt unter anderem, dass keine Marktanteile durch eine Niedrigpreispolitik hinzu gekauft werden.
Wachstumsmarkt
Mächtig Musik steckt noch in den asiatischen Märkten. Rund 25 Prozent aller Mitarbeiter von Pfeiffer Vacuum sind bereits in diesen aufstrebenden Märkten aktiv. Umsatzstärkster Markt ist derzeit Südkorea. Manfred Bender ist von den Zukunftsaussichten die in diesen Regionen stecken angetan, mahnt aber dennoch vor übertriebenen Erwartungen.
Dividendenstark
Auch für die Aktionäre hatte Vorstand Bender zuletzt ein Präsent im Gepäck. „Im ersten Jahr nach einer großen Akquisition ist Pfeiffer Vacuum hoch profitabel. Unsere Aktionäre profitieren von Beginn an von der Neuausrichtung des Unternehmens", so Bender. Bedeutet: für die anteilseigner gab es eine Erhöhung der Dividende auf 3,15 Euro je Aktie. Das entspricht einer Dividendenrendite von sehr guten vier Prozent.
Guter Zeitpunkt
Zuletzt brachten schlechte Nachrichten aus der Halbleiterindustrie die Notierung von Pfeiffer Vacuum etwas unter Druck Infineon sowie der US-Konzern AMD konnten ihre Prognosen nicht erfüllen. Pfieffer Vacuum erwirtschaftet rund ein drittel der Umsätze mit Unternehmen aus der Halbleiterbranche. Dennoch: Pfeiffer Vacuum lieferte zuletzt überzeugende Zahlen ab. Das KGV für 2012 beträgt 15. Eine Dividende von 3,15 Euro gibt's oben drauf. Das entspricht einer Dividendenrendite von sehr guten vier Prozent. DER AKTIONÄR sieht in der Aktie von Pfeiffer Vacuum einen interessanten Titel im Nebenwerte Segment. Stoppkurs beachten!