Das Stadion Miejski in der polnischen Stadt Breslau ist ein wahres Schmuckstück. Die eigens für die Fußball-Europameisterschaft 2012 gebaute Arena beeindruckt vor allem durch ihre Außenfassade, die von einem Teflonnetz umspannt ist und sich in verschiedenen Farben beleuchten lässt. Innen ist alles mit modernster Technik ausgestattet. Und die stammt zum Teil vom TecDAX-Konzern Euromicron. Dessen Tochter Microsens war an der Netzwerkinfrastruktur für die im Stadion installierten Zugangskontrollanlagen beteiligt.
Maßgeschneiderte Lösungen
Euromicron liefert die Produkte nicht von der Stange, es sind vielmehr wie in Breslau auf den Kunden zugeschnittene Lösungen. So verantwortet das Unternehmen die Wartung und Erweiterung aller Toll-Collect-Messstellen auf Deutschlands Autobahnen sowie den entsprechenden 24-Stunden-Service. Ein weiteres Großprojekt hatte Euromicron am Frankfurter Flughafen zu bewältigen. Am neuen Flugsteig A-Plus baute man die Steuerung für 700 Fluchttüren. Der jüngste Großauftrag kam von der Europäischen Zentralbank: Für die beiden in Frankfurt entstehenden Verwaltungstürme wird Euromicron die Steuerung der Elektrotechnik liefern.
Anhaltend hoher Auftragsbestand
Dank der boomenden deutschen Wirtschaft kann sich der Chef des Technologiekonzerns, Dr. Willibald Späth, über mangelnde Aufträge nicht beklagen. "Der Auftragsbestand lag per Ende Mai mit 128 Millionen Euro auf dem hohen Niveau der Vormonate", so der Manager.
Für Analyst Christoph Schlienkamp vom Bankhaus Lampe wird Euromicron aufgrund seiner technologischen Kompetenz weiter erfolgreich sein. "Große Trends wie mobiles Internet und Cloud Computing erfordern zunehmend flächendeckende Hochgeschwindigkeitsnetze und die Ablösung alter Kupferin
frastrukturen", so der Experte. Ferner verlangten Zukunftsmärkte wie Energie, Verkehr und Gesundheit zukunftsträchtige Infrastrukturen und Applikationen.
Späth selbst will in den nächsten Jahren organisch um fünf bis zehn Prozent wachsen. Man wolle damit stärker zulegen als der Markt, der ein Wachstum zwischen drei und sieben Prozent haben wird. Großes Potenzial sieht der Euromicron-Chef unter anderem in der Verbindungstechnik, da hier immer kleinere Steckverbindungen mit immer höheren Leistungen gewünscht werden. Im Bereich der Rechenzentren geht der Trend hin zu höheren Übertragungsgeschwindigkeiten und größeren Datenmengen – Euromicron ist auch auf diesem Gebiet ein Qualitätslieferant.
Drei Objekte im Visier
Darüber hinaus sind immer wieder Zukäufe geplant. "In diesem Jahr könnten drei Firmen mit bis zu zehn Millionen Euro Jahresumsatz übernommen werden", so Späth im Gespräch mit dem AKTIONÄR. Eines der Unternehmen soll Euromicron im technologischen Bereich ergänzen, die beiden anderen die internationale Präsenz verstärken. Bis zum Jahr 2015 will Späth mithilfe von Akquisitionen die 500-Millionen-Euro-Umsatzmarke überschreiten. Allerdings werden Gesellschaften nur dann gekauft, wenn es nicht günstiger ist, den Bereich selbst aufzubauen.
Einhellige Meinung
Für die Analysten wie Schlienkamp ist die Aktie ein Kauf. Insgesamt betreuen fünf Researchabteilungen das TecDAX-Unternehmen – ausnahmslos heißt das Urteil "Kaufen". Die Kursziele reichen teilweise bis 32 Euro, was einem Aufschlag von knapp 60 Prozent auf den aktuellen Kurs entspricht.

Aktie mit Potenzial
Die Euromicron-Aktie hat sich seit dem Absturz auf knapp 17 Euro wieder gut erholt. Der Top-Tipp Spekulativ aus Heft 28/2012 Ungeachtet dieser Erholung können Anleger immer noch besten Gewissens in das Unternehmen investieren. Es ist auf seinem Gebiet technologisch führend ist, verfügt über ein dickes Auftragspolster und ist mit einem 2012er-KGV von 8 sehr attraktiv bewertet. Die hohe Dividendenrendite rundet das erstklassige Gesamtpaket ab.