Alfred Maydorn
Berichte über eine drastische Absenkung der Solarförderung in Deutschland schickten am Donnerstagabend in New York Solaraktien auf Talfahrt. Einzelne Titel verloren über zehn Prozent an Wert. Auch die deutschen Solaraktien eröffnen mit deutlichen Abschlägen.
Nach Angaben der Nachrichtenagentur Reuters will die Bundesregierung den garantierten Abnahmepreis für Solarstrom stärker und früher reduzieren als erwartet. So soll die Absenkung schon im April erfolgen und zwischen 16 und 17 Prozent betragen. Branchenkenner waren bisher lediglich von zehn Prozent ausgegangen und hatten eine Kürzung erst im Juli erwartet.
Chinas Solaraktien unter Druck
Die Berichte über die härtere und frühere Senkung der Solarsubventionen in Deutschland, dem weltweit größten Absatzmarkt für Solaranlagen, hat bei den in New York notierten Solaraktien am Donnerstag einen heftigen Kursrutsch ausgelöst. Insbesondere die Papiere der chinesischen Solarfirmen kamen unter Druck - viele Firmen exportieren über die Hälfte ihrer Produktion nach Deutschland. So verlor Yingli Green Energy sieben Prozent an Wert, Suntech Power und JA Solar gaben um acht Prozent nach und Trina Solar stürzte sogar um über elf Prozent ab.

Heftige Kursverluste in Deutschland
Auch die deutschen Solaraktien eröffnen mit kräftigen Abschlägen. Solarworld verliert über fünf Prozent, Q-Cells gibt vier Prozent nach und Conergy eröffnet gut drei Prozent niedriger. Die Verunsicherung der Anleger ist groß. Zwar war mit einer Verringerung der deutschen Solarsubventionen gerechnet worden aber nicht in diesem Ausmaß. Eine Entscheidung ist allerdings noch nicht gefallen. In der nächsten Woche sollen weitere Gespräche zum Thema geführt werden, teilte eine Sprecherin des Umweltministeriums mit.

Große Verunsicherung
Anleger von Solaraktien sollten sich von den Agentur-Berichten nicht zu sehr verunsichern lassen. Zum einen handelt es sich bisher lediglich um Vermutungen, zum anderen würde der deutsche Solarmarkt eine Absenkung der Förderung um 16 bis 17 Prozent verkraften. Eine Entscheidung über die Neufassung der Einspeisevergütung soll dem Kabinett noch im Februar vorgestellt werden.
Tiefe Kurse zum Einstieg nutzen?
Wer noch nicht in Solaraktien investiert ist, kann die aktuelle Verunsicherung eventuell zum Einstieg nutzen. Am besten dürften dank ihrer hervorragenden Kostenstruktur die chinesischen Solarfirmen mit den reduzierten Förderungen zurechtkommen. DER AKTIONÄR hat im neuen SPEZIALREPORT "Solarboom in China: So verdienen Sie mit" neun Solaraktien aus China unter die Lupe genommen und zwei davon als besonders kaufenswert eingestuft.