Bei Jungheinrich (WKN 621 993) bekommen Anleger nach dem Kursrutsch starkes Wachstum zu einem absolut günstigen Preis.
Bereits 1983 besang die Kult-Band Geiersturzflug in ihrem Hit über das Bruttosozialprodukt den "Gabelstaplerführer, der mit der Stapelgabel prahlt". Es ist zwar nicht bekannt, ob er dabei auf einem Produkt aus dem Hause Jungheinrich saß. Die Wahrscheinlichkeit ist dennoch sehr groß.
Seit 1953 bietet der Hamburger Konzern Produkte und Dienstleistungen rund um den Stapler an. Nachdem die Umsätze in den vergangenen Jahren kontinuierlich gesteigert wurden, sind die Hanseaten mittlerweile zum weltweit drittgrößten Hersteller von Flurförderfahrzeugen aufgestiegen.
Technologisch führend
Im laufenden Jahr dürfte erstmals die 2-Milliarden-Euro-Marke übertroffen werden. Im ersten Halbjahr wurden bei Umsatz und Auftragseingang bereits neue Rekorde vermeldet. Was macht die Gesellschaft so stark? "Unseres Erachtens ist Jungheinrich technologisch führend, insbesondere in Bezug auf Energieeffizienz. Das ist heute ein wichtiges Verkaufsargument", erklärt Gordon Schönell vom Bankhaus Lampe. "Zudem bietet die Gesellschaft den Kunden ein umfangreiches Finanzdienstleistungsspektrum zur Finanzierung der Fahrzeuge an. Das Leasing-Geschäft gewinnt immer mehr an Bedeutung", führt der Maschinenbau-Experte aus. Mittlerweile werden rund 40 Prozent der Fahrzeuge durch Kunden geleast.
Starkes Wachstum und hohe Marge
Das starke Umsatzwachstum und die damit verbundene hohe Kapazitätsauslastung sorgen gepaart mit einem höhermargigen Produktmix für eine starke Margenentwicklung. Im ersten Halbjahr lag die EBIT-Marge bei 6,8 Prozent (Vorjahr: 4,5 Prozent). Das operative Ergebnis sollte im Gesamtjahr daher deutlich über den anvisierten 130 Millionen Euro liegen. Mit den Zahlen zum dritten Quartal am 10. November dürfte sich Vorstand Hans-Georg Frey erneut zu den Aussichten äußern.
Deutlich unterbewertet
Nach dem vielversprechenden ersten Halbjahr warnt Analyst Schönell aber auch vor zu viel Euphorie: "Der Auftragseingang war im zweiten Quartal sehr stark, weil es Vorzieheffekte infolge einer angekündigten Preiserhöhung gab. Insofern könnte das dritte Quartal diesbezüglich etwas schwächer ausfallen", so der Experte. Schwächere Auftragseingänge aufgrund einer schwächeren Konjunktur erwartet er dagegen nicht. Da Umsatz und EBIT im zweiten Halbjahr sogar noch etwas besser ausfallen sollten als im ersten Quartal, stuft Schönell die im SDAX notierte Vorzugsaktie als sehr günstig bewertet ein: "Unser Kursziel lautet 32 Euro." Auch für den AKTIONÄR ist die Bewertung kaum nachvollziehbar. Das Kurs-Buchwert-Verhältnis liegt bei 1, das 2012er-KGV bei 8 - rund 50 Prozent unter dem Sektordurchschnitt. Die Bilanz ist solide. Zum Halbjahr lagen die Eigenkapitalquote bei 41 Prozent und die NetCash-Position bei 156 Millionen Euro.

Kursniveau zum Kauf nutzen
Die Jungheinrich-Vorzüge sind mit dem schwachen Gesamtmarkt unter Druck geraten. Eine mögliche konjunkturelle Abschwächung in Europa, mit 93 Prozent vom Umsatz der größte Absatzmarkt des Konzerns, könnte durch verstärkte Aktivitäten in den Emerging Markets abgefedert werden. Die fundamentalen Eckdaten sprechen zudem für sich. Zuletzt hatten sich weitere Analysten positiv zu dem SDAX-Wert geäußert. Anleger sollten - frei nach Geiersturzflug - kräftig in die Hände spucken und eine Position beim Stapler-Spezialisten aufbauen.