Normalerweise gilt die Zahl 13 als Unglückszahl. Für die im Saarland ansässige Nanogate AG ist das kein Thema. In diesem Jahr feiert die Nanotechnologie-Firma ihr 13-jähriges Bestehen seit der Ausgründung aus dem Leibniz-Institut im Jahr 1999. Und es dürfte ein Jahr mit einem neuen Umsatzrekord werden.
Wachstum voraus
Nanogate hat sich in den letzten Jahren durch Zukäufe zu einem Systemhaus für innovative Hochleistungsoberflächen entwickelt. Mit der Technologie der Saarländer werden Materialien kratzfest, schmutzabweisend oder gleitfähiger. Eigenschaften, die in wachstumsstarken Branchen wie der Autoindustrie, dem Maschinenbau, der Bau-, Möbel und Textilindustrie sowie im Sport- und Freizeitbereich gefragt sind, um etwa schmutzabweisende Badmöbel, kratzfeste Fußböden, schnelle Skier oder verbrauchsärmere Motoren herzustellen. Der Nanotech-Spezialist ist damit auf einem völlig neuen Markt aktiv, für den Experten ein Volumen von weltweit über 1,5 Milliarden Euro in den nächsten Jahren erwarten.
Das für Nanogate erfolgreiche Jahr 2011 zeigt einen Trend, wie es in den nächsten Jahren weitergehen könnte. Der Umsatz hat sich mit 33 Millionen Euro gegenüber 2010 mehr als verdoppelt. Einziges Manko war das Ergebnis, das durch die vollständige Abschreibung der Beteiligung am Spezialisten für Sportoberflächen Holmenkol mit 3,5 Millionen Euro negativ beeinflusst wurde. Unter dem Strich stand ein Nettoverlust von 3,6 Millionen Euro. Für 2012 hat Nanogate-Chef Ralf Zastrau bei einer EBITDA-Marge von mehr als 15 Prozent eine Umsatzsteigerung auf 36,5 Millionen Euro in Aussicht gestellt. Ein Wert, der eher konservativ erscheint. "Grundsätzlich besteht auch die Chance, zukünftig stärker zu wachsen als derzeit geplant", so Zastrau. Das hänge vom Start-Zeitpunkt der neuen Projekte ab.
Nicht ganz abschreiben, wie es Nanogate getan hat, sollten Anleger auch die Holmenkol-Beteiligung. Zwar muss das Unternehmen neu ausgerichtet werden und es sind sicherlich einige Investitionen notwendig, eine Wertaufholung im Erfolgsfall ist jedoch denkbar.
Auftragsflut hält an
In den vergangenen Monaten konnte Nanogate zahlreiche neue Aufträge gewinnen, unter anderem im Bereich der Oberflächenbeschichtung von Gebäuden und Tunneln oder im Automobilsektor. Besonders interessant sind die Projekte für Jaguar und Land Rover. Nanogate liefert veredelte Scheinwerfergläser mit Antibeschlag-Beschichtung. Über einen Zeitraum von drei Jahren geht es dabei um ein Gesamtvolumen im mittleren siebenstelligen Eurobereich mit attraktiven Margen.
Frischen Wind dürfte auch der Einstieg in den aussichtsreichen Markt für Energieeffizienz bringen. Hier geht es unter anderem um die Beschichtung von Wärmetauschern. Die Nanogate-Technologie verbessert die Effizienz von Heizungen und wird bereits von der Firma Bosch eingesetzt. Daraus könnte sich in den nächsten Jahren ein wichtiger Wachstumstreiber für Nanogate entwickeln. „Ich bin zuversichtlich, dass wir weitere Projekte und Kunden gewinnen können", so der Nanogate-Chef im Gespräch mit dem AKTIONÄR. Unternehmensnahen Kreisen zufolge darf sich Nanogate Hoffnungen auf den Zuschlag eines weiteren Herstellers von Heizungen machen.
Dass Nanogate erfolgreich ist, zeigt sich insbesondere im jüngst gemeldeten Großauftrag im Bereich Oberflächenbeschichtung: Nanogate hat die strategische Kooperation mit einem internationalen Technologie- und Chemiekonzern ausgebaut und setzt gleichzeitig den größten Auftrag der Firmengeschichte um. Die Nanogate-Tochter Eurogard liefert im Rahmen des Vertrages hochwertige Beschichtungen für transparente Kunststoffe, die beispielsweise in Fenstern von Passagierflugzeugen, bei Lärmschutz- und Sicherheitsverglasungen oder bei Scheiben von Spezialfahrzeugen zum Einsatz kommen. Das Liefervolumen liegt im unteren zweistelligen Millionen-Bereich bei einer Laufzeit von fünf Jahren. Damit umfass dieser Auftrag in Summe in etwa den letztjährigen Jahresumsatz. Zastrau zeigt sich zudem weiter optimistisch: "Wir rechnen konzernweit mit weiteren Großaufträgen."

Nanotech für's Depot
Der Newsflow bei Nanogate dürfte positiv bleiben, was der Aktie auch entgegen dem aktuellen Marktumfeld steigende Kurse bescheren dürfte. Mit Stopp bei 14,50 Euro und Ziel bei 25 Euro kaufen.