Vor zwei Jahren stand die Delignit AG (WKN A0M Z4B) noch mit dem Rücken zur Wand. Doch mittlerweile hat sich das Blatt gewendet.
Der Spezialist für holzbasierte Werkstoffen befindet sich auf einem Wachstumskurs. "Wir sind mit der Geschäftsentwicklung des ersten Halbjahres sehr zufrieden", erklärt Delignit-Vorstand Markus Büscher gegenüber dem AKTIONÄR. Der Umsatz legte um 25 Prozent auf 17,7 Millionen Euro zu, den Gewinn konnte Delignit deutlich und überproportional um 179 Prozent auf 0,7 Millionen Euro steigern. "Die erfreuliche Geschäftsentwicklung wurde dabei von beiden Geschäftsbereichen Automotive und Technological Applications gleichermaßen getragen", führt Büscher fort.
Lange Wertschöpfungskette
Was zeichnet die Gesellschaft aus? Seit mehr als 100 Jahren lautet die Devise: High-Tech in Holz. Delignit verwendet einheimisches Holz, um hieraus technologisch anspruchsvolle Kundenlösungen zu entwickeln und zu produzieren. Zum Produktprogramm gehören Laderaumschutzsysteme für leichte Nutzfahrzeuge, Industrieböden oder Anwendungen in der Sicherheitstechnik sowie im Schienenverkehr. "Wir sind dabei unter anderem auch Serienlieferant der Automobilindustrie. Unsere Produkte verbessern die Umweltbilanz unserer Kunden und profitieren so vom Trend der steigenden ökologischen Anforderungen", erklärt Büscher. "Aus der Tiefe des Produktionsprozesses vom Baumstamm zur fertigen Anwendung resultiert aber naturgemäß auch eine relativ lange Wertschöpfungskette", erkennt der Vorstand aber auch Schwächen seines Geschäftsmodells.
Vorstand zuversichtlich
Nach dem soliden ersten Halbjahr dürfen sich die Anleger auch in den kommenden Quartalen auf Zuwächse bei Umsatz und Gewinn einstellen."Wir verzeichnen aktuell unverändert einen guten Auftragseingang, so dass wir auch für die kommenden Monate hinsichtlich der Geschäftsentwicklung zuversichtlich sind", so Büscher. Vor diesem Hintergrund investiert die Gesellschaft derzeit auch in die Ausweitung der Kapazitäten - ohne dabei die gesamtwirtschaftliche Entwicklung aus dem Auge zu verlieren.
Günstig bewertet
Im laufenden Geschäftsjahr dürfte der Umsatz auf 35 Millionen Euro ansteigen (Vorjahr: 30,6 Millionen Euro). Bei einer realistischen Marge von fünf Prozent würde am Ende ein operativer Gewinn in Höhe von 1,75 Millionen Euro (Vorjahr: 1,3 Millionen Euro) herauskommen. Unter dem Strich würde somit eine Gewinn je Aktie von 0,15 Euro (Vorjahr: 0,09 Euro) stehen. Daraus würde ein attraktives KGV von 9 resultieren.

Langfristig aussichtsreich
Vorstand Büscher hat die Zeichen der Zeit früh erkannt und sieht sich in einer aussichtsreichen Nische. "Wir sehen zusehends, dass bei ansonsten gleichen Produkteigenschaften umweltfreundlichere Lösungen von den Kunden bevorzugt werden", erklärt der Firmenlenker. "Von diesem Megatrend wollen wir auch in den kommenden Jahre profitieren und dabei nicht nur unsere Stellung innerhalb der bereits adressierten Branchen ausbauen, sondern auch weitere Märkte erschließen."
Erste Position aufbauen
Delignit besetzt mit ihren holzbasierten Werkstoffen einen Megatrend - und besitzt entsprechend viel Fantasie. Bislang hat der Vorstand die PS aber nicht auf die Straße bekommen. Die deutlichen Verluste wurden mit deutlichen Kursabschlägen quittiert. Doch nun deutet sich fundamental und auch im Kursverlauf eine nachhaltige Trendwende an. Risikobewusste Anleger können daher bei dem MicroCap, die Marktkapitalisierung liegt aktuell bei rund zehn Millionen Euro, eine erste Position aufbauen. Bestätigen die kommenden Zahlen kann diese dann sukzessive weiter ausgebaut werden. Ein Stopp bei 1,05 Euro sichert ab.