Dominik Schertel
Der Industriegase-Produzent Linde hat am Mittwoch die endgültigen Zahlen für das vergangene Geschäftsjahr präsentiert. Grund genug für viele Analystenhäuser, den DAX-Titel noch einmal unter die Lupe zu nehmen. Von "Buy" über "Outperform" bis hin zu "Underperform" war alles dabei.
Linde hat am 17. März die endgültigen Geschäftszahlen für 2009 präsentiert. Der Konzernumsatz betrug im abgelaufenen Jahr 11,21 Milliarden Euro, was einem Minus von 11,5 Prozent entspricht. Das Ergebnis vor Steuern (EBT) erreichte 838 Millionen Euro und lag damit rund 168 Millionen Euro unter dem Vorjahreswert. Vorstandsvorsitzender Prof. Dr.-Ing. Wolfgang Reitzle zeigte sich, angesichts der Schadensbegrenzung bei Umsatz und Ergebnis sowie der Produktivitätsverbesserung, zufrieden: "Wir haben deshalb allen Grund, zuversichtlich nach vorne zu schauen." Im Geschäftsjahr 2010 erwartet die Firmenführung mit Blick auf die aktuellen Konjunkturprognosen, eine Steigerung des Konzernumsatzes und -ergebnisses im Vergleich zum Vorjahr. Die Analystenhäuser passten ihre Einschätzungen nach Zahlen an.
Viermal "Kaufen"
Die Experten von Bankhaus Lampe raten nach wie vor zum Kauf der Linde-Aktie. Gleichzeitig wurde das Kursziel von 91,00 auf 97,50 Euro erhöht. Nach den bereits vorab veröffentlichten Eckdaten seien die endgültigen Zahlen für 2009 weitgehend ohne Überraschungen ausgefallen, schrieb Analyst Heiko Feber in einer Studie vom Freitag. Dabei betonte er, dass der DAX-Titel weiterhin unterbewertet sei. Auch die Deutsche Bank und die Citigroup stufen das Papier mit "Buy" ein. Das Kursziel sehen beide Analystenhäuser bei 100,00 Euro. Last but not least: Merck Finck-Analyst Robert Heberger empfiehlt Anleger das DAX-Schwergewicht ebenfalls zu kaufen.
"Outperform" oder "Underperform"?
Die Credit Suisse hat das Kursziel für Linde nach detaillierten Zahlen von 100,00 auf 102,00 Euro angehoben und die Einstufung auf "Outperform" belassen. Analyst Rhian Tucker begründet die Erhöhung des Kursziels mit den großartigen Wachstumsaussichten für das Industriegase-Geschäft. Cheuvreux-Analyst Bernoit Trochu teilt die positiven Einstufungen seiner Kollegen nicht. Trochu hat seine Gewinnprognose je Aktie für 2011 zwar um 4,2 Prozent angehoben, allerdings sei das Kurspotenzial für eine Heraufstufung jedoch noch immer zu gering. Das Rating lautet weiter "Underperform" mit Ziel 94,00 Euro.
Neues Jahreshoch
Angetrieben von dem guten News-Flow konnte der DAX-Titel gestern in einem intakten Aufwärtstrend das bisherige Jahreshoch kurzzeitig überspringen und ein neues Hoch bei 89,00 Euro markieren. Nun muss sich der Wert oberhalb der Ausbruchsmarke behaupten. Wenn dies gelingt, werden weitere Kursgewinne und Notierungen jenseits der 90,00 Euro wahrscheinlich.

Weiteres Potential
DER AKTIONÄR hatte Anlegern empfohlen, mit Überspringen des Widerstands bei 85,50 Euro eine Position aufzubauen. Anleger, die dem gefolgt sind, bleiben investiert und können bei Kursschwächen weiter aufstocken. Dabei sollte aus charttechnischer Sicht die einstige Ausbruchsmarke im Auge behalten werden.
